Ein umfassendes Wörterbuch, an dem mehrere Generationen gearbeitet haben, oder ein französischer Briefträger, der auf seinem täglichen Gang Steine und Muscheln sammelt, aus denen er in 33 Jahren ganz alleine einen fantastischen Palast errichtet: Manches braucht eben etwas mehr Zeit. Thomas Girst versammelt höchst unterhaltsame Geschichten von Künstlern und Wissenschaftlern mit langem Atem - einer Fähigkeit, die vielen von uns heute fehlt. Doch wenn er sich Zeit lässt, sind dem Menschen große Dinge möglich. Wir müssen nur lernen, uns die Zeit zu nehmen. Dieses Buch erhebt Einspruch gegen das Diktat des Tempos.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 12.06.2019
Rezensent Günther Wessel bekommt Lust auf scheinbar Sinnfreies, folgt er Thomas Girsts wie Kalendergeschichten wirkenden Exkursionen zu Menschen und Dingen, die Raum und Zeit auf ungewohnte Weise begreifen. Vom Muschelsammler Ferdinand Cheval über Cage und sein Stück "Organ2/ASLSP" bis zu Zeitkapseln und psysikalischen Langzeitexperimenten reicht Girsts Darstellung, die Wessel mit ihrem essayistisch mäandernden Gang begeistert, aber auch fordert.
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