Von Klaus Jünschke, Jörg Hauenstein und Christiane Ensslin. Jugendkriminalität ist zu einem der wichtigsten innenpolitischen Themen in der Bundesrepublik geworden. Dabei kommen die Betroffenen so gut wie gar nicht zu Wort. Im vorliegenden Buch äußern sich jugendliche Gefangene der JVA Köln-Ossendorf im Rahmen einer Erzählwerkstatt freimütig und offen über ihre Familien, ihre Kindheit, ihre Straftaten, ihre Träume und Wünsche und ihr Leben im und nach dem Gefängnis. Nur wer auf soziale Probleme mit immer mehr Polizei und Gefängnissen reagiert und statt der Armut die Armen bekämpft, benötigt jugendliche "Kriminelle".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.10.2007
"Abgründe erahnen" lassen Rezensentin Karin Steinberger die Gespräche des einst selbst als RAF-Terrorist inhaftierten Klaus Jünschke mit Jugendlichen der JVA-Köln. Jünschke ließ die jugendlichen Vergewaltiger, Totschläger, Diebe oder Drogendealer frei erzählen, und so sind Geschichten herausgekommen, die von Taten und Schuldgefühlen, von durch Drogen und familiäre Misshandlung gekennzeichnete Biografien, aber auch vom Leben im Knast handeln - etwa dem schlechten Essen im Entzug oder dem rauen sozialen Miteinander im Mikrokosmos Justizvollzugsanstalt. So entsteht ein reales Bild von Lebenszusammenhängen, die selbst den Betroffenen zuweilen "wie im Film" erscheinen können. "Ganz nah dran" und doch nicht distanzlos sei Jünschkes Präsentation, lobt die Rezensentin, die die erzählten Schicksale offenkundig bewegt haben.
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