Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.05.2000
Nach Stephan Wehowskys Ansicht gehört dieses Buch "zum Aufregendsten, was man zum Thema Therapie und Strafvollzug lesen kann". Dass der Autor dabei auf die Fortführung "ideologisch gefärbter Debatten " verzichtet, gehört dabei für ihn zu den ausgemachten Stärken des Bandes. Vielmehr betrachte der Autor die Biografien der Delinquenten, "einfühlsam und präzise", jedoch ohne sich dabei von den sonst oft angeführten Entschuldigungen blenden zu lassen. Besonders beeindruckt hat den Rezensenten dabei offensichtlich, dass Reinfried auch immer die Handlungsoptionen - vor der Tat und auch nach der Entlassung aus dem Gefängnis - beleuchtet und auch die Frage nach Lebensverantwortung stellt. Darüber hinaus werde deutlich, wie sehr sich die Delinquenten nicht nur hinsichtlich ihrer Taten, sondern auch in anderen Aspekten, beispielsweise in ihrer Sprache und ihrem Reflexionsvermögen unterscheiden. Dass der Autor bei der Darstellung recht nüchtern vorgeht, gehört für Wehowsky zu den Vorzügen des Bandes. Dadurch ermögliche er dem Leser, sich selbst ein Urteil über die Gründe einer kriminellen Laufbahn zu bilden.
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