Helmut Remschmidt

Tötungs- und Gewaltdelikte junger Menschen

Ursachen, Begutachtung, Prognose
Cover: Tötungs- und Gewaltdelikte junger Menschen
Springer Verlag, Berlin 2013
ISBN 9783642298707
Gebunden, 462 Seiten, 59,95 EUR

Klappentext

Dieses Buch ist ein Erfahrungs- und Forschungsbericht über eine 30-jährige Beschäftigung mit jungen Menschen, die ein Tötungsdelikt begangen oder versucht haben. In denjenigen Fällen, in denen es nicht zur vollendeten Tötung kam, wurden die Opfer meist schwer verletzt und trugen dauerhafte körperliche oder psychische Schäden davon. Die Legalentwicklung der Stichprobe, auf die sich diese Darstellung stützt, wurde über lange Jahre hinweg anhand der Auszüge aus dem Bundeszentralregister und der Erziehungskartei verfolgt. In einer Reihe von Fällen war es auch, zum Teil viele Jahre nach der Indextat, möglich, mit den Probanden persönlich Kontakt aufzunehmen und auf diese Weise Informationen über ihre Biographie zu erhalten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.04.2013

Mit großem Interesse hat Rezensentin Martina Lenzen-Schulte die von Helmut Remschmidt nun veröffentlichte Studie zu Tötungs- und Gewaltdelikten junger Menschen gelesen. Der ehemalige Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Marburg lege darin seine Untersuchungsergebnisse aus der drei Jahrzehnte langen Beschäftigung mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen vor, die in ihrem Leben bereits Morde und Gewaltverbrechen begangen haben, informiert die Kritikerin. Sie liest in dieser bedeutsamen Studie nicht nur wertvolle Nachuntersuchungen über einen Zeitraum von fast dreizehn Jahren, der ihr Einblicke in die spätere kriminelle Entwicklung und die individuelle Biografie der Delinquenten gewährte, sondern auch die interessante Beobachtung, dass nur eine relative kleine Gruppe von Intensivtätern für etwa achtzig Prozent aller Gewalttaten einer Alterskohorte verantwortlich ist. Neben den wesentlichen von Remschmidt geforderten Verhaltensdirektiven lobt die Rezensentin insbesondere den Beitrag von Britta Bannenberg, die Fälle von Mehrfachtötungen von Jugendlichen als Amokläufer analysierte.