Mit 42 schwarz-weiß Abbildungen und 128 farbigen Abbildungen. Grafik-Design, die zweckentsprechende, sachlich und künstlerisch hochwertige Organisation von Worten und Bildern auf einem Informationsträger, hat in unserem täglichen Leben ein enormes Wirkungsfeld: Drucksachen aller Art umgeben uns in überwältigender Vielfalt - als Plakat, Buch, Verpackung, Anzeige, Briefmarke, Geldschein, Eintrittskarte, Stadtplan, Bedienungsanleitung, Beipackzettel und vieles mehr. Grafik für Fernsehbilder gibt einer Sendung den gewünschten Rahmen, gestaltete Benutzeroberflächen auf Bildschirmen sind notwendig, damit wir Computer oder Handys überhaupt bedienen können. "Schnellkurs Grafik-Design" umreißt die Entwicklung dieser relativ jungen Disziplin zwischen Kunst und Kommerz: Die Anfänge fallen in die Zeit um 1900, gehen einher mit den neuen Anforderungen von Industrialisierung und Massenproduktion. Zunächst gehörte Grafik-Design zum Arbeitsbereich von Architekten und bildenden Künstlern, ein eigenständiges Berufsbild entwickelte sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Im digitalen Zeitalter erstreckt sich die Tätigkeit des Grafik-Designers zunehmend auch auf die Gestaltung von Bildschirmoberflächen sowie Zeichen- und Informationssystemen in einer zunehmend komplexer werdenden Umwelt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.09.2006
Für Oliver Herwig ist der Band mehr als eine knappe, präzise Einführung und ein anschaulicher Überblick über Gestaltung im 20. Jahrhundert. Die "heimliche" Frage, auf die Herwig hier stößt und die ihn bannt, ist die nach dem Grund für die visuelle Gestaltung unseres Lebens. Antworten gibt die Autorin auch: Grafik-Design als Propagandamedium und Teil der Wissensgesellschaft, als Demokratisierungsmotor der Gesellschaft, als wirkungsvolles Instrument der Information. Für letzteres hält Herwig den Band selbst. Schade findet er bloß, dass dieser schon mit dem Jahr 2000 endet und das Internet als visuelles Medium mit enormem Potential so gut wie nicht behandelt.
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