Phillip Drummond

Zwölf Uhr mittags

Mythos und Geschichte eines Filmklassikers
Cover: Zwölf Uhr mittags
Europa Verlag, Hamburg 2000
ISBN 9783203841045
Kartoniert, 126 Seiten, 9,46 EUR

Klappentext

"Zwölf Uhr mittags" erzählt die Geschichte des US-Marshals Will Kane (Gary Cooper), der am Tag seiner Hochzeit mit der Quäkerin Amy (Grace Kelly), zu einer Gewissensentscheidung gezwungen wird: Gerade hat er seiner jungen Frau versprochen, künftig auf den Gebrauch von Schußwaffen zu verzichten, als ihn die Nachricht erreicht, daß Frank Miller mit dem Mittagszug in Hadleyville eintreffen wird. Miller, ein gefährlicher Gangster, den Kane vor Jahren verhaftet hatte, will Rache nehmen. Kane versucht eine Bürgerwehr zu gründen, doch die feigen Bewohner der Stadt lassen ihren ehemaligen Marshall im Stich. "Zwölf Uhr mittags" schildert in dramatischen Schwarzweiß-Bildern die packenden neunzig Minuten, die Kane bis zum Showdown bleiben. Ein Meisterwerk des Genre, eine Parabel über Zivilcourage und Herdentrieb und gleichzeitig eine bittere Abrechnung Hollywoods mit der McCarthy-Ära.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.01.2001

Frank Arnold begrüßt, dass nun endlich die englische Reihe, in der Autoren über Filmklassiker schreiben, auch auf Deutsch erscheint, obwohl er findet, dass die bereits vorliegenden vier Bände gegenüber den Originalen einige Mängel haben. So moniert er, dass das "handliche Kleinformat des Originals" nicht übernommen wurde und hat etliche Übersetzerfehler gefunden. Außerdem ärgert er sich über die unverständliche Neuanordnung der Abbildungen und "fehlende redaktionelle Bearbeitung". Sehr knapp geht der Rezensent auf die einzelnen Bücher ein.
1) Philip Drummond: "Zwölf Uhr mittags"
Bei dem Kommunikationswissenschaftler bemerkt der Rezensent einen "systematischen" Ansatz, mit dem dieser den berühmten Western analysiert. Durch die außerordentliche "Detailgenauigkeit" werde zwar mitunter "Belangloses" mitgeteilt, doch seien durchaus auch "entlegene Funde" zu verzeichnen, so der Rezensent angetan.
2) Laura Mulvey: "Citizen Kane"
In dieser Filmanalyse sieht Arnold die Erkenntnisse der Psychoanalyse und des Feminismus "fruchtbar" gemacht. Dabei nehme sie nicht nur eine ausgesprochen europäische Perspektive ein, sondern stelle gleichzeitig den Film in seinen historischen Kontext, lobt der Rezensent.
3) Camille Paglia: "Die Vögel"
Bei diesem Buch gefällt dem Rezensenten der persönliche Ansatzpunkt, mit dem sich die Autorin dem Film nähert. Er ist fasziniert von ihren "kunstgeschichtlichen Assoziationen" zu dem Film und findet es außerordentlich bedauerlich, dass diese nicht durch entsprechende Abbildungen belegt werden.
4) David Thomson: "Tote schlafen fest"
Am eingehendsten bespricht Arnold dieses Buch, zumal es ihm am besten gefallen hat. Durch seinen subjektiven Ansatz sei es das "aufregendste" Buch der Reihe, da der Autor nicht nur seine "eigene Faszination" mit dem Film, sondern auch deren Veränderung im Laufe der Zeit mitteilt, lobt der Rezensent. Thomson mache plausibel, dass dieser Film vom "Film-sein selber" handele und damit geradezu postmodern sei, was die Szenen, die nicht handlungstragend sind oder der Filmlogik entsprechen und gerade damit dem Zuschauer besonderes Vergnügen bereiten, belegten.
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