Laura Mulvey

Citizen Kane

Mythos und Geschichte eines Filmklassikers
Cover: Citizen Kane
Europa Verlag, Hamburg 2000
ISBN 9783203841083
Kartoniert, 112 Seiten, 9,46 EUR

Klappentext

In "Citizen Kane" erzählt Orson Welles die Geschichte des verstorbenen Zeitungsmagnaten Charles Foster Kane in Form einer Recherche: Ein Reporter sucht Personen auf, die Kane nahestanden, um das Leben und die Karriere des typisch amerikanischen Aufsteigers zu rekonstruieren. Wie ein Mosaik entsteht so aus einer Fülle von Einzelszenen und Rückblenden die widersprüchliche Biografie eines ebenso machtbesessenen wie einsamen Menschen, für die der Pressezar William Randolph Hearst als Vorbild diente. Hearsts Zeitungen attackierten Welles` Film scharf und versuchten, dessen Kinopremiere zu verhindern. "Citizen Kane" blieb deshalb ein finanzieller Mißerfolg. Erst Jahrzehnte später wurden Welles` fragmentarische Erzählweise und seine subjektive Kameraführung als zwei der bedeutendsten Innovationen der Filmsprache erkannt und gewürdigt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.01.2001

Frank Arnold begrüßt, dass nun endlich die englische Reihe, in der Autoren über Filmklassiker schreiben, auch auf Deutsch erscheint, obwohl er findet, dass die bereits vorliegenden vier Bände gegenüber den Originalen einige Mängel haben. So moniert er, dass das "handliche Kleinformat des Originals" nicht übernommen wurde und hat etliche Übersetzerfehler gefunden. Außerdem ärgert er sich über die unverständliche Neuanordnung der Abbildungen und "fehlende redaktionelle Bearbeitung". Sehr knapp geht der Rezensent auf die einzelnen Bücher ein.
1) Philip Drummond: "Zwölf Uhr mittags"
Bei dem Kommunikationswissenschaftler bemerkt der Rezensent einen "systematischen" Ansatz, mit dem dieser den berühmten Western analysiert. Durch die außerordentliche "Detailgenauigkeit" werde zwar mitunter "Belangloses" mitgeteilt, doch seien durchaus auch "entlegene Funde" zu verzeichnen, so der Rezensent angetan.
2) Laura Mulvey: "Citizen Kane"
In dieser Filmanalyse sieht Arnold die Erkenntnisse der Psychoanalyse und des Feminismus "fruchtbar" gemacht. Dabei nehme sie nicht nur eine ausgesprochen europäische Perspektive ein, sondern stelle gleichzeitig den Film in seinen historischen Kontext, lobt der Rezensent.
3) Camille Paglia: "Die Vögel"
Bei diesem Buch gefällt dem Rezensenten der persönliche Ansatzpunkt, mit dem sich die Autorin dem Film nähert. Er ist fasziniert von ihren "kunstgeschichtlichen Assoziationen" zu dem Film und findet es außerordentlich bedauerlich, dass diese nicht durch entsprechende Abbildungen belegt werden.
4) David Thomson: "Tote schlafen fest"
Am eingehendsten bespricht Arnold dieses Buch, zumal es ihm am besten gefallen hat. Durch seinen subjektiven Ansatz sei es das "aufregendste" Buch der Reihe, da der Autor nicht nur seine "eigene Faszination" mit dem Film, sondern auch deren Veränderung im Laufe der Zeit mitteilt, lobt der Rezensent. Thomson mache plausibel, dass dieser Film vom "Film-sein selber" handele und damit geradezu postmodern sei, was die Szenen, die nicht handlungstragend sind oder der Filmlogik entsprechen und gerade damit dem Zuschauer besonderes Vergnügen bereiten, belegten.
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