Philippe Claudel

Die Untersuchung

Roman
Cover: Die Untersuchung
Rowohlt Verlag, Reinbek 2012
ISBN 9783463406176
Gebunden, 222 Seiten, 18,95 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Ina Kronenberger. Der Ermittler kommt in eine namenlose Stadt. Er soll in einem großen Unternehmen die auffällig zahlreichen Selbstmorde von Angestellten untersuchen. Von Beginn seines Aufenthaltes an scheint sich alles gegen ihn verschworen zu haben es regnet, er findet kein Hotel, kommt zu spät. Im Unternehmen stößt er bei den Gesprächen mit Mitarbeitern nur auf Angst und Gehorsam. Nichts wird klarer, stattdessen werden die Qualen des Ermittlers immer größer: Er wird der Spionage verdächtigt, eingeschlossen, macht verstörende Beobachtungen, aus denen er nicht schlau wird.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.09.2012

Alles gut bis fast zum Ende findet Rezensent Wolfgang Schneider an diesem für den Autor eher ungewöhnlichen neuen Roman von Philippe Claudel. Dass Claudel die Komik entdeckt hat, nachdem er in seinen Texten sonst eigentlich stets nur die allerschwersten Probleme und zwar durchaus mit Hang zur Melodramatik angegangen ist, gefällt Schneider gut. Diese Komik, so Schneider, hat zudem deutliche Anleihen bei Kafka. Macht nichts, findet er, in der Musik wird variiert, was das Zeug hält, und der Autor, versichert er, versteht Kafka-Motive eigenwillig einzusetzen. Wenn der Ermittler in einem mysteriösen Massenselbstmord also in einem surrealen Hotel absteigt und die Handlung zunehmend albtraumhaft wird, geht Schneider mit. Der Schluss allerdings behagt ihm weniger. Da, erklärt der Rezensent etwas enttäuscht, verliert sich Claudel in schwarzen Allegorien und in Unübersichtlichkeit.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.02.2012

Um diesen Autor kennenzulernen, ist der vorliegende Roman das falsche Mittel, warnt uns Florian Welle. Dabei kann er Philippe Claudel absolut empfehlen. Dem Autor, bei uns noch ein Geheimtipp, wie Welle verrät, gereicht sein neuer Roman insofern nicht zur Ehre, als die Welle bereits bekannten Claudelschen Ingredienzien, wie die kafkaeske Orientierungslosigkeit des Helden, hier: eines Ermittlers, dessen Tappen im Dunkeln seiner Berufsbezeichnung spottet, leider allzu plakativ geraten. Die Bezeichnung Krimi mag Welle dem Buch ebensowenig geben wie er von einem realistischen Text sprechen mag. Dem Plot-Hintergrund der Selbstmordserie bei France Telekom zum Trotz. Da der Autor laut Welle diesmal kein Maß für seine literarischen Mittel findet, möchte er dem Leser Claudels frühere Romane empfehlen, "Die grauen Seelen? von 2004 etwa.
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