Philip de Souza

Seefahrt und Zivilisation

Wie die Beherrschung der Meere die Menschheitsgeschichte prägte
Cover: Seefahrt und Zivilisation
Marebuchverlag, Hamburg 2003
ISBN 9783936384857
Gebunden, 210 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

In grauer Vorzeit bauten die Menschen Flöße, um zunächst Flüsse und Seen zu überqueren. Als sich die ersten Seefahrer schließlich auf die Ozeane wagten, um Nahrung aus dem Meer zu gewinnen, machte die Menschheit einen Schritt, dessen Bedeutung ungeheuer war - birgt doch der bald einsetzende Handel über die Seewege den Schlüssel zum weltweiten kulturellen und wirtschaftlichen Austausch. Die Seefahrt beförderte stets sowohl die Errungenschaften als auch die Schrecken der Zivilisation: Wissenschaften und Sprachen wurden über das Wasser ebenso verbreitet wie Krankheiten; in den Laderäumen der Schiffe wurden sowohl exotische Güter als auch Sklaven verstaut. Vor allem aber entstanden über das Wasser Netzwerke, wie das der Hanse, des Wirtschaftsmodells schlechthin für die Nutzung der neuen Märkte, zu denen Christoph Kolumbus oder Vasco da Gama mit ihren Entdeckungen den Zugang öffneten. Durch die Hanse ist auch die Geschichte Deutschlands, obwohl nie eine Seefahrernation, untrennbar mit der Seefahrt verbunden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.12.2003

Insgesamt überzeugend findet Nico Bleutge den Versuch des Historikers Philip de Souza, den Prozess der Zivilisation aus der Sicht der Seefahrt zu beschreiben. Wie einen Atlas könne man das Buch lesen, die Vernetzung der Seewege verfolgen, die Architektur der Häfen oder die Strategien der großen Handelsgesellschaften bestaunen. Aus fünf verschiedenen Perspektiven, "die auf den ersten Blick unterschiedlicher kaum sein könnten", nähere sich de Souza seinem Thema. Wie die übereinander gelegten Folien eines alten anatomischen Lexikons ergeben diese einzelnen Anläufe schließlich ein Gesamtbild, das dem Rezensenten aber bisweilen etwas zu unscharf ist, etwa wenn der Buddhismus auf nur vier Seiten abgehandelt wird. "Umso überzeugender" seien aber die Beziehungen und Kausalitäten, die der Autor zwischen der Entwicklung der Seefahrt und der Zivilisation herstellt. Und auch wenn de Souzas Sprache manchmal den "Charme eines Havariegutachtens" versprühe, spüre der Leser doch etwas von den "hybriden Phantasmen" dieses gewaltigen organischen Prozesses.
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