Christoph Neidhart

Ostsee

Das Meer in unserer Mitte
Cover: Ostsee
Marebuchverlag, Hamburg 2003
ISBN 9783936384833
Gebunden, 389 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Waren Sie schon einmal am Westmeer? So nennen die Esten die Ostsee. Unser Bild dieses Gewässers verdanken wir nur einer von vielen Perspektiven auf einen gewaltigen Raum, den Christoph Neidhart erkundet hat. Er ist zu unseren Nachbarn an den Küsten der Ostsee gereist: Für die einen ist das Meer in unserer Mitte das Tor zum Westen, für die anderen der Schrebergarten auf dem Wasser, ein Seglerparadies; für alle ist die Ostsee ein Farbenkreis, eine Wiege der Ideologien und Ideen, eine einzigartige Stadtlandschaft, eine Region mit magischem Charakter, voller Sagen, Geschichten und Lieder. Ostsee - ein kleines Meer mit großer Geschichte: seit über tausend Jahren Arena für den Wettstreit zwischen Ost und West, denn hier treffen die germanische und slawische Welt aufeinander.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.11.2003

"Das Meer in unserer Mitte" bedeutete zu Zeiten des Kalten Krieges keineswegs eine gemeinsame Mitte, erinnert uns Susanne Ostwald, sondern stand vielmehr für Trennung zwischen West und Ost, zwischen Skandinavien und der Sowjetunion. Erst seit dem Zusammenbruch des Ostblocks ist die Ostsee - die bei den Esten konsequenterweise Westmeer heißt - wieder ein geografischer Kulturraum, in dem die verschiedensten Einflüsse Nordosteuropas zusammenkommen. Autor Christoph Neidhart kennt sich in dieser Region aus, attestiert ihm Ostwald; er habe die schicksalhafte Zeit der Ablösung der baltischen Republiken von der Sowjetunion vor Ort erlebt und könne diesen Wechsel geradezu sinnlich erfahrbar machen, lobt die Rezensentin. Sein Buch enthält Reportageelemente, verflochten mit historischen Vorgängen und Zusammenhängen, über die Neidhart ausgesprochen gut informiert sei. Überhaupt rühmt Ostwald die Bandbreite des Autors, der sich eben so gut mit dem schwedischen Sozialstaatssystem auskenne wie mit der polnischen Vorliebe für Neue Musik oder der Geschichte der Hanse; so rückt eben nicht nur der Kulturraum Ostsee als ganzes in den Blick, sondern darüber hinaus auch die einzelnen angrenzenden Länder, die ja den "unprätentiösen, aber keineswegs anspruchslosen Charme" der Ostseeregion prägen, zitiert Ostwald den Autor.