Als er bei einer sommerlichen Fahrt durch New England auf den berühmten Plymouth-Felsen stößt, macht Tony Horwitz eine erschütternde Entdeckung. Der Fels, der an die Landung der Pilgerväter im Jahr 1620 erinnert, ist mickrig und sieht aus wie eine versteinerte Kartoffel. Noch schlimmer: Der Historiker muss feststellen, dass in seinem Geschichtswissen eine riesige Lücke klafft, dass ihm mehr als ein ganzes Jahrhundert fehlt: Denn was war eigentlich in den Jahren zwischen Kolumbus Fahrt von 1492 und der Ankunft der Pilgerväter im Jahre 16-irgendwas? Und war Kolumbus tatsächlich der erste? Entschieden, Amerika auf den Zahn zu fühlen, bricht Horwitz auf zu einer einzigartigen Reise und sucht die Spuren der zahllosen Europäer - Wikinger, spanische Conquistadores, maurische Sklaven, Franzosen, Portugiesen -, die lange vor den Pilgervätern den Atlantik überquert und entscheidende Spuren im Land hinterlassen haben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 09.12.2008
Sehr eingenommen ist Rezesentin Sylvia Staude von Tony Horwitz' Buch über die europäische Besiedlung Nordamerikas. Natürlich findet sie darin auch Wissen, das für sie nicht wirklich neu ist, zum Beispiel dass die Wikinger lange vor Kolumbus in Amerika an Land gingen. Gleichwohl scheint ihr das meiste, was der Pulitzerpreisträger über die diversen Eroberer wie Hernando de Soto oder Pedro Menendez zu berichten weiß, sehr spannend und interessant. Besonders lobt sie die gelungene Verbindung von persönlichem Reisebericht und lebendiger Darstellung einer wichtigen Epoche nordamerikanischer Geschichte. Sie attestiert dem Autor, aus den historischen Quellen das Maxium herauszuholen, wobei er stets darauf hinweist, wann er spekuliert. Ihr Fazit: ein "beeindruckendes Buch".
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