Aus dem Englischen von John von Düffel und Peter von Düffel. Ein Ort zieht uns wie kein anderer in seinen Bann: die Insel. Seit jeher ist sie Ziel unserer ersehnten wie tatsächlichen Reisen, eine Welt für sich, in der das Wasser ringsherum Maß aller Dinge ist. So vielfältig unsere Träume vom Leben auf einer Insel, so verschieden ihre Gesichter: Archipel und Atoll, paradiesischer Fleck mit weißen Stränden, karger Fels, sturmumtoste Bohrinsel, treibender Eisberg, Gefängnis, Festung, Atlantis und Utopia. Überall kommt der Insel eine besondere Bedeutung zu, in der Realität genauso wie in der Literatur - nicht nur in Daniel Defoes "Robinson Crusoe". Thurston Clarke stellt uns einzelne Inseln vor und entwirft darüber hinaus ein überraschendes Panorama eines Ortes, an dem sich, losgelöst vom Rest der Welt, die ganze Kultur- und Zivilisationsgeschichte der Menschheit wie unter einem Brennglas zeigt.
Weit und breit lauter Inseln: ob Städte, "CNC-Fertigungsinseln", Thomas Morus' Utopia, oder einfach nur "Ferien- und Hochzeitsinseln". Alles bespreche der Autor Thurston Clarke in seinem Werk "Die Insel". Es sei ein Buch für "Insulmane", urteilt der Rezensent Tobias Gohlis über diese dreizehn mit "Anekdoten und Histörchen" versetzten Inselportraits. Gohlis bemängelt insgesamt aber die Schwächen der Übersetzung und den "äquatorialem Dunst", der ab und zu mal hinüberwehe. Auch die Literaturangaben seien nicht vollständig, aber sonst sei das Buch "durchaus nicht langweilig", resümiert Gohlis lapidar. Außerdem schreibe Clarke "für Amerikaner, und die wollen, wie er, keine Inseln verstehen, sondern exakt nur die, für die sie reif sind". Und Robinson Crusoe findet bei all den Inselgeschichten natürlich auch sein Plätzchen.
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