Die Muslimbruderschaft ist die größte Islamistengruppe der Welt und gleichzeitig in ihrer Vielschichtigkeit kaum fassbar. Längst sind die Muslimbrüder auch außerhalb ihres Mutterlandes Ägypten ein globaler Machtfaktor. Millionen sind weltweit in 78 Ländern aktiv: nicht bloß in der islamischen Welt, auch in den USA, Großbritannien, Österreich und Deutschland. Die Bruderschaft umfasst Tochterorganisationen wie die palästinensische Hamas und sie pflegt nicht zuletzt Kontakte zur terroristischen Al-Kaida. Petra Ramsauer beleuchtet das globale Netzwerk der Bruderschaft und gibt mit aktuellen Reportagen aus Ägypten, Libyen, Syrien und Europa einen Einblick in ihre geheime Struktur, ihren gigantischen Wohlfahrtsapparat und ihre Ziele. "Der Prophet ist unser Führer. Der Koran ist unser Gesetz. Der Dschihad ist unser Weg. Für Allah zu sterben, ist unsere größte Hoffnung", lautet die Parole der Muslimbrüder, die Angst bei ihren Gegnern und Begeisterung bei ihren Anhängern schürt.
Eingehend und von der Informationsfülle des Buchs merklich mitgerissen bespricht Rainer Wandler diesen Band der österreichischen Journalistin, die seit langem aus dem Nahen Osten berichtet und laut Wandler auch für dies Buch jahrelang recherchierte. Urteilen will sie nicht, sagt er, sondern erst einmal die Fakten zusammentragen. Das ist schwierig genug: Die Muslimbrüder dürften eine der größten Organisationen der Welt sein, sie unterhalten Filialen in 79 Ländern und auch in der westlichen Welt. Ins Politische stoßen sie vor über Sozialarbeit, wenn man Wandler glauben darf - und bleiben dabei trotz ihrer riesigen Mitgliederzahl (darunter viele Muslimschwestern) geheimnisvoll: In die höheren Sphären steigen Mitglieder erst nach vielen Jahren auf. Wandler gibt für das Buch eine eindeutige Leseempfehlung.
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