Dschihad bedeutet Krieg. Der Koran schreibt die Verschleierung der Frau vor. Die Kaaba in Mekka ist islamischen Ursprungs. Juden sind die Feinde des Islam. Al Dschazeera ist ein islamistischer TV-Sender. Demokratie und Islam sind unvereinbar. Spanien wurde im 8. Jahrhundert von Arabern erobert. Der Imam ist ein Priester. Diese und viele andere Ansichten über den Islam sind weit verbreitet. Sind sie richtig? Nein, sagt der Islamkenner Alfred Hackensberger, der seit vielen Jahren als Korrespondent aus der islamischen Welt berichtet. Dschihad bedeutet nämlich ursprünglich nur, sich für ein religiöses Leben anzustrengen, und wurde erst seit den Sechziger Jahren zum Heiligen Krieg stilisiert. Die Kaaba existierte schon vor Mohammed, Spanien wurde nicht von den Arabern, sondern von den Berbern erobert, und im Koran steht nichts von einer Verpflichtung der Frauen, sich zu verschleiern. Alfred Hackensberger führt durch die Traditionen der muslimischen Welt und zeigt, dass es einen Unterschied zwischen dem Islam und dem Islamismus gibt - und worin er besteht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.05.2008
Der Titel dieses Buchs hat den Rezensenten Volker S. Stahr zunächst an einen "Marketing-Gag" glauben lassen. Dann stellt er fest, dass es ein ganz normales Islamwörterbuch ist, mit Stichworten von A wie Alkohol bis Z wie Zeitehe. Die Erklärungen findet er von unterschiedlicher Güte, mal angenehm relativierend, mal unangenehm relativistisch. Alles in allem zeigt ihm das Lexikon vor allem, dass man sich über den Islam am besten aus verschiedenen Quellen informieren sollte.
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