Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2002
In seiner Studie "Pragmatismus und Faschismus" sucht Peter Vogt eine "Wahlverwandtschaft" zwischen Faschismus und philosophischem Pragmatismus aufzuzeigen. Das findet Rezensent Wolfgang Kersting zwar "ganz schön kreativ", aber letztlich wenig überzeugend. Vogts Beschäftigung mit der Faschismusrezeption des amerikanischen Pragmatismus - seine Quellen sind die Schriften von Herbert Schneider und Herbert Croly - bringt nach Einschätzung Kerstings zwar "viele interessante ideengeschichtliche Details" ans Licht, die versprochene Beziehungsgeschichte zwischen Faschismus und Pragmatismus bleibt sie jedoch schuldig. Noch weniger erfahre man etwas über die angeblich geteilten Überzeugungen von der Kontingenz der Geschichte und der überragenden Bedeutung der Kreativität. Auch in seiner Behandlung der Pragmatismusrezeption durch den Faschismus in Europa - Autoren wie Sorel, Papini und Prezzolini, Eduard Baumgarten, Arnold Gehlen, Henri Bergson und Friedrich Nietzsche stehen hier im Mittelpunkt - liefere Vogt keine überzeugenden Argumente für seine Hauptthese, kritisiert Kersting. Für Kersting ist klar, dass die Denker der Faschismus-Fraktion ihre Positionen nicht, wie Vogt behauptet, in "Auseinandersetzung mit dem Pragmatismus" herausgebildet haben, "sondern völlig unabhängig davon". Alles das, was Vogt über die faschistischen Denkmotive der Papini, Prezzolini, Gehlen, Bergson und Nietzsche mitgeteile, ist für Kersting "bekannt" und erhalte durch die behauptete Rezeption der Philosophie des Pragmatismus "keine neue Bedeutungsfacette".
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