Odo Marquard

Philosophie des Stattdessen

Studien
Cover: Philosophie des Stattdessen
Reclam Verlag, Stuttgart 2000
ISBN 9783150180495
Broschiert, 144 Seiten, 3,58 EUR

Klappentext

Der neue Essay-Band des Gießener Philosophen: eine Fortsetzung seiner Kompensationsphilosophie, in immer wieder überraschenden, bemerkenswerten Facetten. Auch über diesem Band könnte als Motto stehen: "Philosophie ist, wenn man trotzdem denkt."

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.08.2000

Martin Meyer erläutert Odo Marquards "Philosophie des Stattdessen" als eine Art des sich Einschickens in die Unvermeidlichkeit bestimmter Zwänge und zugleich als eine Suche nach einem Regulativ, das die Soll- mit der Habenseite des Lebens wenn nicht in Einklang, so ins Gleichgewicht bringt. Einer dieser Zwänge ist die Zeit - und statt wie mancher Philosoph Zeit seines Lebens an einem großen Werk zu schreiben, scherzt Meyer, ziehe Marquard die kleine essayistische Form vor. Der Rezensent ist beeindruckt von den zwölf Skizzen, mit denen der Giessener Philosoph seine "skeptische Anthropologie" auf gelehrte wie vergnügliche Weise umreiße. Einer der zentralen Begriffe bei Marquard heißt Kompensation, womit er das Thema des Regulativs und der Lebensdienlichkeit quer durch die Geschichte verfolgt. Marquards "Theorie der Balancen", wie Meyer es nennt, sieht der Rezensent aufs Schönste im letzten der zwölf Aufsätze überprüft und bewahrheitet, in dem Marquard das Selbstporträt des Philosophen als alter Mann entwirft.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.08.2000

Ludger Heidbrink verteidigt den Autor gegen seine Kritiker, indem er dessen Kompensationsphilosophie attestiert, sie sei "zeitgemäßer denn je". In seiner Aufsatzsammlung lege Marquard dar, dass der "kompensierende Mensch" die Mängel seiner Lebenswelt nicht durch revolutionäre Umwälzungen, sondern durch Kompensation, also durch "umweghafte Reaktionen" auszugleichen suche. Diese Reaktion wird nach Meinung des Rezensenten von Gesellschaftskritikern zu Unrecht als unkritische, nur bejahende Haltung verworfen. Marquard zeige, dass sie vielmehr kulturkritisch zu verstehen sei und die Möglichkeit berge, die "inneren Widersprüche unserer Zeit" freizulegen, so der Rezensent anerkennend.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.07.2000

Peter Vogt ist begeistert von diesem Buch, das kein schwergewichtiges "opus magnum" darstelle, sondern "Gelegenheitsarbeiten" im besten Sinne anbiete. Es sei die perfekte Lektüre in dieser schnelllebigen Zeit. Obwohl sich die Aufsätze durch "fehlende theoretische Kohärenz" und "mangelnde Systematik" auszeichneten, werde dieser Mangel durch den hohen "Gebrauchswert" dieser Texte mehr als aufgewogen, schwärmt der Rezensent. Er preist Marquards Fähigkeit, trotz großer "philosophischer Weisheit", die in seinen Texten zum Ausdruck käme, lesbar und stilistisch gekonnt zu schreiben und empfiehlt dieses Buch uneingeschränkt, besonders als "Entlastung vom Lebensernst".
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