Scowen folgt akribisch und mithilfe zahlreicher Dokumente den Spuren der US-Politik Pvon Hiroshima und Nagasaki über Nordkorea, Lateinamerika, Iran und Irak bis hinein in die Gegenwart. Er zeigt auf, wie in "Fundamerica" eine religiöse Minderheit das politische Geschehen mit durchaus fundamentalistischen Methoden bestimmen kann. Er denkt darüber nach, was aus dem eigentlich so ehrenvollen Kampf für die Demokratie und dem so erstrebenswerten American way of life geworden ist in einem Land, das von Gesundheit besessen ist und in dem dennoch aufgrund der ungesunden Ernährung ein Fünftel der Bevölkerung an krankhafter Dickleibigkeit leidet. Es ist die kritische Bestandsaufnahme eines Mannes, dessen Schwester selbst beinahe im World Trade Center umgekommen wäre.
Klaus Harpprecht geht mit diesem "Schwarzbuch" über die USA des Kanadiers Peter Scowen hart ins Gericht und bezeichnet es abfällig als "Pamphlet", das sich weniger von Fakten als von "Ressentiments, Vorurteilen und Klischees" leiten lässt. Erringt der Autor zunächst noch die "Sympathie" des Rezensenten, wenn er von der Rettung seiner Schwester Amy aus dem 54. Stock des World Trade Centers am 11. September 2001 berichtet, findet er die anschließende Präsentation des "amerikanischen Sündenregisters" der USA in dieser extremen Form doch ziemlich übertrieben. Er pflichtet zwar der Verurteilung der amerikanischen Medien wenigstens zum Teil zu, doch was Scowen dann alles gegen Amerika ins Feld führt, von Clintens Raketenangriff auf die "vermeintliche Giftgasfabrik" im Sudan, über den "Fundamentalismus der amerikanischen Protestanten" bis zu seinen Ausführungen über die Todesstrafe, findet Harpprecht, wenn auch nicht alles falsch, doch insgesamt zu ungeordnet und zu unsachlich. Der Rezensent vermisst "überzeugende Sachkenntnis" und hat sich über die "unpräzise erforschten und schlampig formulierten" Auslassungen Scowens ziemlich geärgert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.06.2004
Ein kurzer Verriss. Wilfried von Bredow kritisiert Peter Scowens USA-Schwarzbuch mit einem "Ach, du meine Güte!". Innerhalb von drei Monaten habe der kanadische Journalist das Buch recherchiert und geschrieben, entsprechend schlampig und kurzschlüssig sei es ausgefallen. Ein bisschen Kulturkritik, ein bisschen Historie und eine übersichtliche Anzahl von Bezugstexten ergäben eine ausgesprochen dünne Kompilation eines "flott argumentierenden intellektuellen Dünnbrettbohrers", schimpft von Bredow. Das einzig positiv Erwähnenswerte findet der Rezensent ansonsten in der Tatsache, dass der Autor den Verfassern der Bezugstexte getreulich dankt, bemerkt dieser bissig.
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