Peter Scholl-Latour war über Jahrzehnte eine Institution im Journalismus. In seinen Erinnerungen blickt er zurück auf seine Herkunft, auf frühe Erfahrungen mit Unterdrückung - als Sohn einer jüdischen Mutter -, auf die langen Wochen in einem Gestapo-Gefängnis und auf seine ersten journalistischen Abenteuer. Er berichtet von seinen unzähligen Reisen in Kriegs- und Krisengebiete, die ihn nicht selten in lebensgefährliche Situationen brachten. Politiker, Generäle, Rebellenführer - Scholl-Latour kannte viele, die an den Brennpunkten des 20. Jahrhunderts eine entscheidende Rolle spielten, und stets versuchte er, mit allen zu reden, um eine ausgewogene, realistische Sicht zu vermitteln. Im Rückblick reflektiert er viele Erlebnisse und Begegnungen vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen. Mitten in der Arbeit an diesem Buch wurde er aus dem Leben gerissen. Seine Erinnerungen bleiben unvollendet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.11.2015
Wolfgang Günter Lerch huldigt noch einmal dem Großjournalisten Peter Scholl-Latour, dessen Erinnerungen ein Jahr nach seinem Tod herauskommen. Inhaltlich wie stilistisch bleibe der Autor sich hier treu, versichert der Kritiker: Gespannt liest er etwa wie Scholl-Latour seinen Glauben als Mittel betrachtete, die menschliche Niedrigkeit zu ertragen, erschüttert folgt er den Schilderungen des Autors von seinen Monaten in der Gestapo-Haft. Auch die Reiseberichte Scholl-Latours, nach Algerien oder in den Kongo, verfolgt der Rezensent und so kann er dieses Buch nicht nur als eindringlichen Lebensbericht, sondern auch als "lehrreiches" Zeitzeugnis des Übergangs vom 20. ins 21. Jahrhundert empfehlen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.11.2015
Wolfgang Freund schwelgt in den Erinnerungen des im vergangenen Jahr verstorbenen Peter Scholl-Latour, deren zweiten Band es nicht geben wird, wie der Rezensent traurig feststellt. Als Freund bezeichnet er den Autor, der so weltgewandt und offen unterwegs war, wie der Rezensent uns wissen lässt. Flüssig rauschende Prosa und ein Denken und Fühlen in beiden Sprachen, Französisch und Deutsch, zeichnet die Autobiografie für Freund aus. Der Autor zeigt sich darin für ihn als Mann des Westens und Europas, der nie belehrt, sondern erzählt.
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