Wer einmal erlebt hat, wie sich eine Schar von Kranichen in die Lüfte erhebt, wird dieses Spektakel nie mehr vergessen. Kein Wunder, daß die Kraniche vielen Kulturen als göttliche Botschafter erschienen. Doch heute sind sie in Gefahr - und deshalb hat ihnen der große Naturschriftsteller Peter Matthiessen ein ganzes Buch gewidmet. Jahrelang war er auf der ganzen Welt unterwegs, um die wenigen verbliebenen Vögel zu beobachten, um mit Umweltschützern und Politikern zu diskutieren. Zu lesen ist nun ein großes Reisebuch, getragen von der Begeisterung für die Könige der Lüfte - und ein kämpferisches Buch gegen die Kurzsichtigkeit der Menschen, der diese herrlichen Vögel eines Tages zum Opfer fallen könnten.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 31.05.2007
Einfach hingerissen ist Gabriele Killert von diesem Kranich-Buch, in dem der Schriftsteller Peter Matthiessen die Erträge 40-jähriger Forschungen niederlegt. Der Kranich, schwärmt Killert, gehört zu den kunstvollsten Geschöpfe der Erde überhaupt, selbst für den Vogelliebhaber Matthiessen reichen "Purpurpfeifdrossel, Kräuselscharbe oder Großtrapp" an dieses anmutige Wesen nicht heran. Insgesamt gibt es fünfzehn Kranicharten, sie kommen auf allen Kontinenten außer Südamerika und der Antarktis vor. Fast alle Kulturen huldigten ihm als Wappentier, heiligem Boten oder Seelenführer. Doch sicher ist der Kranich nur noch in der westlichen Hemisphäre, in China und Zentralasien sind elf Arten vom Aussterben bedroht. Der Reisanbau und die Industrie berauben ihn immer stärker seines Lebensraums. Das Buch ist keine leichte Kost, räumt die Rezensentin ein, immer wieder musste sie zum Atlas greifen oder das Internet bemühen. Aber nach der Lektüre wusste sie nicht nur alles über die Kraniche, sondern auch einiges über die Spezies Homo sapiens.
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