Aus dem Englischen von Max Wichtl. Mit 41 schwarz-weiss-Abbildungen und 44 Notenbeispielen. Wer war Mozart? Mit psychologischem Einfühlungsvermögen entwirft Solomon ein neues, bewegendes Porträt von Mozarts widersprüchlichem Charakter. Entstanden ist eine Biografie, die wesentliche Korrekturen am bisherigen Mozartbild vornimmt und vor allem das problematische Verhältnis zum Vater und die Abhängigkeit von der Familie kritisch beleuchtet. Zum Mozartjahr 2006 ein neuer Blick auf Mozarts Charakter, sein Leben und sein Werk.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.11.2005
Das Mozart-Jahr 2006 steht ins Haus und der 250. Geburtstag im Januar kündigt sich mit einer Unmenge von Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt bereits mächtig an. Gerhard R. Koch hat einen Streifzug durch das unübersichtliche Feld unternommen und stellt die wichtigsten Bücher aus der "Flut von Neuveröffentlichtungen" vor. Rundum überzeugend findet der Rezensent diese große Mozart-Biografie von Maynard Salomon, die mit zehn Jahren Verspätung nun ins Deutsche übersetzt erscheint. Natürlich erfahre man nichts grundlegend Neues, manche "Facette" aber erscheine schon in anderem Licht - etwa die frühzeitige Bewunderung als "Mischung aus Eros und Christkind", die der Wunderknabe erfuhr. Das biografische Besteck entnimmt der Autor, so Koch, vor allem der Psychoanalyse und der Poetologie, er räume aber stets ein, dass viele der strittigen Fragen der Forschung (ständige Geldnot, Untreue der Ehefrau, Todesursache) sich der eindeutigen Klärung entziehen.
Als das "wohl spannendste, radikalste Buch über Mozart seit Hildesheimers Großessay von 1977" würdigt Volker Hagedorn diese Mozart-Biografie von Maynard Solomon, die nun rechtzeitig zum Mozartjahr 2006 in einer deutschen Übersetzung vorliegt. Ausführlich widmet sich Hagedorn dem Konflikt zwischen Mozarts Vater Leopold und seinem Sohn Wolfgang Amadeus, einem Konflikt, der auch in Solomons Biografie eine wesentliche Rolle spielt. Entschieden wende sich Solomon gegen das Bild Mozarts als ewiges Kind und zeige dagegen, wie selbstbestimmt sich der Sohn seinem Vater widersetzte, bis es zum Bruch zwischen beiden kam. Bei Solomon werde das Eigenleben Mozarts in seinem endlosen Kampf um Freiheit "so deutlich wie nie zuvor". Beeindruckt hat Hagedorn vor allem, "dass hier reale Menschen in all ihren Äußerungen ernst genommen werden, nicht vorgeführt, nicht romanreif zurechtgehobelt". Seinen Beifall findet auch die "elegante bis ironische Sprache" des Buchs, der die Übersetzung zum Bedauern des Rezensenten hin und wieder "nicht ganz gewachsen" sei. Insgesamt findet Hagedorn hier die richtige Balance aus tiefschürfenden Analysen und respektvoller Distanz zu den einzelnen Personen vor.
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