Peter Becker

Dem Täter auf der Spur

Eine Geschichte der Kriminalistik
Cover: Dem Täter auf der Spur
Primus Verlag, Darmstadt 2005
ISBN 9783896782755
Gebunden, 288 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

In dieser Geschichte der Kriminalistik geht es um die gerichtlichen und polizeilichen Ermittlungstechniken von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart. Dabei dienen Fallgeschichten jeweils als Ausgangspunkt, um die kriminalistischen Verfahren vorzuführen und in ihren geschichtlichen Zusammenhang einzuordnen. Das Buch ist in drei Teile gegliedert; im ersten Teil geht es um die Vorgeschichte der Kriminalistik, um dabei um die Folter und ihre Abschaffung. Der zweite Teil widmet sich der Entwicklung zentraler Methoden der Fallaufklärung; so waren beispielsweise die Fotografie, der Fingerabdruck und die wissenschaftliche Spurenanalyse Meilensteine auf dem Weg zur heutigen Kriminalistik. Im letzten Teil wendet sich Peter Becker schließlich kriminalistischen Methoden und neuen Ermittlungstechniken im 20. und 21. Jahrhundert zu, so der Nutzung von Fernsehsendungen wie "Aktenzeichen XY ungelöst", der Rasterfahndung oder dem genetischen Fingerabdruck.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.02.2006

Nur mäßiges Lob erntet Peter Beckers Geschichte der Kriminalistik vom Rezensenten Rainer Maria Kiesow. Zwar veranschauliche Becker anhand von "teils berühmten Fallgeschichten", wie die Kriminalistik auf all ihren Feldern (beispielsweise der Rechtsmedizin, der Täter-/Tatortfotografie oder der Spurensicherung) ihre Techniken der Wahrheitsfindung weiterentwickelt habe, und erschließe somit seinem Leser "das ganze Panorama der polizeilichen Ermittlungsarbeit". Leider jedoch seien seine Ausführungen nur bisweilen kurzweilig, was auch daran liegen mag, so der Rezensent, dass die Beschreibungen der kriminalistischen Verfahren mitunter "seltsam alleine" dastehen und somit dem - wenn auch nur im Klappentext formulierten - Anspruch, "die Beziehung der Kriminalistik zum 'sozialen, kulturellen und politischen Kontext' herzustellen", nicht gerecht werden. Beckers Darstellung der "unmittelbaren Vergangenheit" erscheint dem Rezensent hingegen besser gelungen: Zum einen die Erinnerung an die "Allwissensmachtsphantasien" eines Horst Herold (in den Siebziger Jahren BKA-Präsident) und zum anderen die in Gegenwart und Zukunft reichende Problematik des "gläsernen Menschen".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.11.2005

Gerd Roellecke erklärt zunächst noch einmal genau, was Kriminalistik von Kriminologie unterscheidet, um sich dann dieser Geschichte der Kriminalistik zuzuwenden: Bei der Kriminalistik handelt es sich um die Rekonstruktion eines strafrechtlichen Falles, die Polizei und Justiz leisten, Kriminologie ist die Wissenschaft von der Kriminalität. Der Autor Peter Becker, der selbst Historiker ist, informiert darin über die Entwicklung der kriminalistischen Methoden vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart, wobei er sich allerdings weder mit den "Widersprüchen in der Gesellschaft" noch mit den allerneuesten Methoden der Verbrecherverfolgung befassen will, erklärt der Rezensent. Becker wende sich mit seinem Buch vor allem an ein Laienpublikum und sei besonders für Krimiautoren nützlich, lobt Roellecke. Er betont, dass dieser Band ein "Muss" insbesondere für die "Verfasser von historischen Kriminalromanen" darstellt und lobt ihn als "gut lesbar" und alles in allem "wohlgeordnet".