Studienausgabe. Der "Weg in die Sicherheitsgesellschaft" rekonstruiert einen Paradigmenwechsel anhand des Strafrechts und des Kriminaljustizsystems. Über einen Zeitraum von 40 Jahren wird die Entwicklung vom sozial-integrativen Strafrecht des Wohlfahrtsstaates über den Präventionsstaat zur Sicherheitsgesellschaft aus dem Blickwinkel des Strafrechtslehrers und Kriminologen verfolgt. Der Reiz liegt in der Perspektive des teilnehmenden Beobachters, der das Kriminaljustizsystem nicht vom Katheder aus kommentiert, sondern sich mitten hinein begibt und aus der Erfahrung bewertet. Sei es ganz am Ende des Strafverfolgungsprozesses im Gespräch mit ?Lebenslänglichen?, sei es an dessen Anfang beim Aufspüren polizeilicher Präventionsstrategien, sei es im kriminalpolitischen Raum durch die Beteiligung an parlamentarischen Sachverständigenkommissionen oder Gesetzgebungsprozessen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.07.2010
Opus Magnum, Lebenswerk, Riesenstoff, Offenbarung! Rolf Lamprecht ist ganz aus dem Häuschen. Was ein Jurist nicht alles leisten kann. Sogar Zweifel stiften und den Niedergang des Rechts durch Sicherheitsverlangen anprangern. Und Subjektivität einräumen, ein Strafrechtler, also bitte. All das kann Peter-Alexis Albrecht und holt sich den Respekt des Rezensenten kübelweise. Den 1000-Seiten-Schinken (Lamprecht hat sich nicht mit der Studienausgabe begnügt!) siebenteilt der Autor in zeitliche Perioden, dass Lamprecht ihn bewältigt, auch ohne Stichwort- und Namensregister (leider), und macht punktuelles Lesen möglich. Den Auflösungsprozessen des Rechts folgt Lamprecht durch ein halbes Jahrhundert einerseits mit Grausen (etwa darüber, wie die Bild-Zeitung das Tempo bestimmte), andererseits mit einem Funkeln im Blick über Albrechts Sensibilität als Jurist.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Botho Strauß: Bleiben und Blicken In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…