Per Johansson

Der Sturm

Roman
Cover: Der Sturm
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2012
ISBN 9783100170262
Gebunden, 336 Seiten, 18,99 EUR

Klappentext

Ein Wald, ein Fluss, ein einsamer Hof im Frühling: In der Scheune liegt ein Toter, der schon als Lebender nicht hierhin gehörte. Aber wer oder was ist überhaupt noch an seinem Ort?, fragt sich Ronny Gustafsson, der für die Lokalzeitung den Süden Schwedens beobachtet und dabei mehr entdeckt, als gut für ihn ist. Plötzlich steht er zwischen Fronten einer Verschwörung, die vom schwedischen Wald aus die Wallstreet ins Schwanken bringt. "'Der Sturm' ist ein Kriminalroman voller Poesie und Landschaft, voller Verbrechen und Spannung, ein Buch über Schweden und die Welt, hart an der Gegenwart und ein literarisches Werk zugleich." Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk lobte bereits vor Erscheinen: "Der beste und intelligenteste Kriminalroman, den ich seit langer Zeit gelesen habe." "Der Sturm" wurde unter dem Pseudonym Per Johansson angekündigt. Nach einem Bericht in der "Welt" erklärte SZ-Kulturchef Thomas Steinfeld, dass er den Roman zusammen mit einem nicht genannten Koautor geschrieben habe. Der Roman sei kein Schlüsselroman über seinen FAZ-Kollegen Frank Schirrmacher.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 30.08.2012

Nicht viel abgewinnen kann Rezensent Tobias Gohlis diesem Schwedenkrimi, den, wie inzwischen alle Welt weiß, der Feuilletonchef der Süddeutschen Zeitung, Thomas Steinfeld, und sein Freund, der Arzt Martin Winkler, verfasst haben. Dass der Krimi ein leicht zu bewältigendes Genre sei, ist eine verbreitete Fehleinschätzung, meint der Rezensent und macht sich dann daran, den Autoren ihre Schwächen aufzulisten: reiseführerhafte Schwedenbelehrungen, aufdringliche Welterklärungsversuche, Unterschätzung des Lesers. Letzteres nimmt Gohlis, der schon nach 40 Seiten weiß, wer die Mörder sind, besonders übel: Skrupellos verrät er es  den Lesern seiner Kritik. Das Fazit des Romans - die Natur ist mächtiger als alle Zivilisation - lässt ihn dann endgültig abwinken: Danke, das wusste er schon.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 25.08.2012

Andreas Fanizadeh muss sich über das "Tratschen im Feuilleton" über den von SZ-Feuilletonchef pseudonym veröffentlichen Schwedenkrimi, in dessen Mordopfer Richard Kämmerlings von der Welt wiederum Frank Schirrmacher von der FAZ erkannt haben will, doch sehr wundern: Das hat sich der Kämmerlings doch "selbst ausgedacht" und ohne Tipp, wer hinter der dem Roman steckt, hätte er auch kaum einen toten Schirrmacher erblickt, schimpft der Rezensent. Dies beiseite gestellt ist der Roman aber "durchaus lesenswert" und "fortsetzungsfähig", findet Fanizadeh nach der Lektüre dieses "konventionell guten Krimis", den man sich guten Gewissens ins Regal stellen kann: Setting und Figuren seien gut gezeichnet, auch die Geschichte um ein schwedisches Kaff, das im Zuge von Digitaltechnik und Internetvernetzung nun auch "zum Zentrum internationaler Machenschaften werden kann", findet Fanizadeh nicht uninteressant. Im toten Journalisten, der als Stein des Anstoßes das Feuilleton zum Rollen gebracht hat, sieht Fanizadeh freilich nur ein Mittel zum dramaturgischen Zweck, um die vereinzelten Fäden zusammenzuführen, und damit eben eine zunächst rein literarische Figur "mit klischierten Charaktereigenschaften".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 23.08.2012

Rezensent Harald Jähner amüsiert sich über den Sturm im Blätterwald um den Krimi, den er Feuilletonchef der Süddeutschen Zeitung, Thomas Steinfeld, zusammen mit einem Co-Autor unter dem schwedischen Pseudonym Per Johansson veröffentlicht hat, dabei aber vehement bestreitet, mit dem Mordopfer seiner Geschichte Frank Schirrmacher von der FAZ gemeint zu haben. Dann wendet Jähner sich aber um Sachlichkeit bemüht dem Roman selbst zu: bildschön findet er Anfang und Ende, dazwischen ist es ein eher routiniert abspulender "Schwedenkrimi", der ganz gut gemacht ist, aber, was die Spannung angeht, nicht an einen Hakan Nesser heranreichend, befindet der Rezensent. Dabei gehören die gar nicht so ausgreifenden Szenen um Person und Tod eines Chefredakteurs für Jähner zu den unterhaltsamsten, wie er zugeben muss. Für die Steinfeld unterstellten "Rachegelüste" findet er keine Anhaltspunkte. Zwei Dinge wundern ihn aber am Ende doch: Dass ein Redakteur heute, inmitten der "Zeitungskrise", Zeit zum Romanschreiben findet. Und die sehnsuchtsvolle Beschreibung der Hauptfigur, eines kleinen Lokalredakteurs und Außenseiters, den Jähner wie einen Wunschtraum Steinfelds liest.