Adrienne Mayor

Pontisches Gift

Die Legende von Mithridates, Roms größtem Feind
Cover: Pontisches Gift
Theiss Verlag, Stuttgart 2011
ISBN 9783806224283
Gebunden, 483 Seiten, 32,95 EUR

Klappentext

Auf diesen Coup war das krisengeschüttelte Rom nicht vorbereitet. Mithridates von Pontos überrannte in einem blitzartigen Angriff die römischen Truppen in Kleinasien und schwang sich zum Befreier der Griechen auf. In einer groß angelegten Verschwörung lies er 80.000 römische Siedler und Kaufleute in Kleinasien kaltblutig ermorden. Während die römische Republik unaufhaltsam ihrem Ende entgegenschlitterte, musste sie sich fast dreißig Jahre von einem besessenen Machtmenschen terrorisieren lassen, dem der Königsthron in seinem kleinen, aber wohlhabenden Land nicht reichte. Fundiert und mit aktuellen Bezügen schildert Adrienne Mayor eine der zwiespältigsten Persönlichkeiten der Antike: Als Vorfahren beanspruchte der orientalische Herrscher keine Geringeren als Alexander den Großen und den Perserkönig Dareios. Genüsslich inszenierte er die theatralischen Auftritte, die er seiner edlen Abstammung zu schulden glaubte. Ebenso grotesk war seine krankhafte Angst vor Feinden, die ihn dazu trieb, sich mit Giften in kleinen Dosen zu immunisieren eine Methode, so kompromisslos wie sein ganzes Leben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.08.2011

Die FAZ ist kein Freund populärer Pseudowissenschaft, Andreas Kilb kanzelt dieses Buch der Stanford-Historikerin Adrienne Mayor über König Mithridates denn auch recht gnadenlos ab. Dass es kaum verlässliche Quellen für den Hellenen-König gibt, scheint für die Autorin kein Hindernis gewesen zu sein, 400 Seiten vollzuschreiben. Für Kilb dagegen sind die 400 Seiten sehr wohl ein Hindernis, kann er sich an spekulative Fantasie als Basis für ein Werk der Geschichte doch partout nicht gewöhnen. Immer scheint ihm die Autorin an ihrem Gegenstand vorbeizuabstrahieren beziehungsweise durch allzu krude Einfühlungsversuche danebenzugreifen, anstatt die historische Gestalt Mithridates kontextuell aus den politischen Verhältnissen seiner Zeit zu erhellen. Noch weniger sagt Kilb Mayors aus Populärromanen entlehnter Ton zu. Bei so wenig Treffsicherheit fragen wir uns schon, ob hier nicht ein Roman versehentlich als Sachbuch deklariert wurde.
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