Pavel Kohout

Der Fremde und die schöne Frau

Roman
Cover: Der Fremde und die schöne Frau
Osburg Verlag, Berlin 2011
ISBN 9783940731708
Gebunden, 240 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Tschechischen von Silke Klein. Eine Kleinstadt in Böhmen, in der Tschechen, Deutsche und Juden zusammenleben. Erst verschwinden die Juden, nach dem Krieg auch die Deutschen. Hier lebt die schöne Frau, Tochter eines Arztes. Sie liebt, ein Kind stirbt, der Mann verrät seine Ideale, sie verlässt ihn. Dann verschwinden auch die Tschechen aus der einst gutbürgerlichen Gegend. Die schöne Frau lebt nun mit ihrem Papagei allein unter neuen Nachbarn, die aus dem Süden und Osten zugewandert sind. Bis zu dem Tag, an dem ein neuer Mieter bei ihr einzieht, ein fremdländischer Mann mit seinem Kater.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.01.2013

Nach der Lektüre von Pavel Kohouts Roman "Der Fremde und die schöne Frau" ist Uwe Stolzmann hin- und hergerissen. Den Schauplatz des Romans, eine böhmische Kleinstadt, in der erst die Juden, dann die Deutschen verschwanden und nach der Wende Türken, Vietnamesen, "Zigeuner" und Ukrainer ansiedelten, findet Stolzmann geradezu grandios gewählt: Ein "Welttheater von antiker Wucht" habe Kohout hier entworfen, lobt der Rezensent. Weniger Begeisterung bringt er allerdings der Romanhandlung entgegen: Die Geschichte um eine pensionierte Krankenschwester, die zwar panische Angst vor Fremden, zugleich aber auch Geldsorgen hat und deshalb einen kurdischen Untermieter aufnimmt, erscheint dem Rezensenten wie eine "redundante Lovestory mit Happy End". Auch dem allzu bemühten Erzählstil Kohouts kann er leider nicht viel abgewinnen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.05.2012

Dass dieser kleine Roman ein Märchen geworden wäre, wie der Autor sich das gewünscht hat, kann Rezensent Hans-Peter Riese nicht behaupten. Zwar weisen die pointengerichtete Komposition aus kleinen Kapiteln und die Grundkonstellation der Geschichte (Fremder trifft schöne Frau) in die Richtung. Am Ende aber hat Pavel Kohout doch viel mehr geschaffen, findet Riese. Einen veritablen Film- und Theaterstoff und vor allem: Trotz all seiner Leichtigkeit einen Roman, der sich mit der Einwanderung asiatischer Völker nach Böhmen und den daraus resultierenden Problemen befasst, einem aktuellen politischen und gesellschaftlichen Thema also.
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