Die Schweiz ist, ob man es will oder nicht, ein Sonderfall. Mit ihrer direkten Demokratie, dem Föderalismus, der Neutralität und der Mehrsprachigkeit hat sie sich anders entwickelt als die umliegenden europäischen Staaten. Über die Jahrhunderte hat sich ein eigentümliches Staatswesen und eine eigene politische Denkart herangebildet. Die Schweizer politisieren offensichtlich anders. Behindert das die Bewältigung der Zukunft? Im Gegenteil, eine selbstbewusste Pflege der helvetischen politischen Kultur stärkt die Schweiz im globalisierten Wettkampf. Erstmals wird das Phänomen "Sonderfall Schweiz" gründlich untersucht. Der Autor analysiert Grundlagen und Begriff, stellt die Geschichte des Sonderfalls und die Reaktionen des Auslands dar, untersucht die zeitgenössischen Ausprägungen in der politischen Kultur und skizziert auch Chancen und Gefahren, die der Sonderfall für die Zukunft der Schweiz birgt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.11.2007
Sowohl lobende als auch kritische Worte findet Rezensent Simon Gemperli für Paul Widmers Bekenntnis zum Sonderfall Schweiz, das er als Reaktion auf die dem Sonderfallgedanken abgeneigten neunziger Jahren liest. Gut gefallen hat ihm der gut lesbare und reichhaltig mit Quellenmaterial unterfütterte historische Blick, den der Autor mit einer Ideengeschichte und Zitaten nahmhafter Persönlichkeiten auflockert. Weniger überzeugend findet er hingegen, wie Paul Widmer den Sonderfall aus einer Reihe Kosten-Nutzen-Entscheidungen der Eidgenossen erklärt, Empfehlungen für die Zukunft geradezu "mechanistisch" aus der Vergangenheit ableitet, und auf methodisch recht wackligem Grund vom neu erstarkten "Sonderfallbewusstsein" des Schweizers spricht. Vor allem aber vermisst der Rezensent eine ausführlichere Diskussion der den Sonderfall Schweiz herausfordernden europäischen Integration.
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