Paul Stauffer

Polen - Juden - Schweizer

Felix Calonder (1921-1937).
Cover: Polen - Juden - Schweizer
NZZ libro, Zürich 2004
ISBN 9783038231097
Gebunden, 231 Seiten, 32,00 EUR

Klappentext

Mit einem Nachwort von Heiko Haumann. In drei historischen Studien befasst sich der Autor mit je einem Einzelthema aus der politischen Geschichte und zeigt damit die lebendigen Wechselbeziehungen zwischen Ostmitteleuropa und der Schweiz in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf. Der erste Beitrag würdigt den Bündner Felix Calonder und seine Tätigkeit im deutsch- polnisch-jüdischen Spannungsfeld Oberschlesien (1921-1945). Der zweite Aufsatz beleuchtet die Aktivität der polnischen Gesandtschaft in Bern (1939-1945), die nicht zuletzt als wichtige Verbindungsstelle zwischen jüdischen Hilfswerken in der Schweiz und den USA tätig war. Der dritte Beitrag erinnert an den Genfer Gerichtsmediziner François Naville und sein Engagement zur Aufklärung der Tragödie von Katyn (1943).

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.02.2005

Überzeugend findet Rezensent Klaus Hildebrand diese drei Studien des Historikers Paul Stauffer, die den schweizerisch-polnischen Beziehungen gewidmet sind. Im Mittelpunkt des Bandes stehen nach Auskunft Hildebrandts drei Persönlichkeiten von historischer Bedeutung, die gleichwohl relativ unbekannt geblieben sind. Die erste Studie würdige Felix Calonder, der sich als Präsident einer gemischten Kommission, die sich im Auftrag des Völkerbundes darum bemühte, "die negativen Auswirkungen der Teilung" Oberschlesiens "zu mildern", von 1922 bis 1937 für Minderheitenschutz für Polen, Deutsche und Juden in dieser Region einsetzte. In der zweiten Studie befasse sich Stauffer mit Stanislaw Nahlik, der während des Zweiten Weltkriegs als Diplomat an Polens Berner "Exilgesandtschaft" tätig war. Die dritte Studie schließlich ist Francois Naville gewidmet, der Ende April 1943 an Ort und Stelle maßgeblich zur Klärung der umstrittenen Katyn-Kontroverse beigetragen hat. Hildebrand lobt die Quellennähe und Nüchternheit dieser historischen Miniaturen. "Ihre Ergebnisse", resümiert er, "gehören von nun an zum Bild der schweizerischen Polen- und Neutralitätspolitik".
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