Volker Heins

Sichere Häfen

Cover: Sichere Häfen
Edition Nautilus, Hamburg 2026
ISBN 9783960544791
Broschiert, 216 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Während sich die Grenzen vieler Staaten schließen und Regierungen auf Abschottung setzen, sind weltweit immer mehr Menschen durch Kriege, Umweltzerstörung und staatliche Willkür zur Flucht gezwungen. Auch eine rigorose Grenzpolitik unterbindet Migration nie völlig - aber wo können flüchtende Menschen noch ankommen, wenn der Staat sie zum Problem erklärt?Eine Antwort findet sich in jenen Städten, die die praktische Unterstützung Geflüchteter und das solidarische Zusammenleben mit Migrant:innen zu ihrem Selbstverständnis gemacht haben - und sich damit aktiv gegen die nationale Politik ihrer Länder stellen. Sie helfen unabhängig von Herkunft oder Aufenthaltsstatus, entwickeln Ausweise für alle, die sich in der Stadt aufhalten wollen, unterstützen in juristischen Fragen, schützen vor polizeilicher Willkür. Städte dieser Art finden sich auf fast allen Kontinenten, sie heißen Sichere Häfen, Sanctuary Cities oder Città dell'accoglienza.Volker Heins hat in Chicago, Kampala, Sheffield und Palermo, in Bremen, Berlin und Zürich recherchiert: Wie wirkt sich das Schutzversprechen für Menschen ohne Aufenthaltsstatus konkret aus? Ist das Selbstverständnis der Städte von Dauer oder bloße moralische Aufwallung, entsteht hier gar ein neuer Begriff urbaner Freiheit? Und was passiert, wenn Städte direkt vom Staat angegriffen werden - wie man zuletzt in den USA beobachten konnte, wo Donald Trump den Kampf gegen Sanctuary Cities zur Priorität erklärte?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.05.2026

Der Historiker Volker M. Heins erklärt sich in seinem neuen Buch laut Rezensentin Nina Schieben wieder mit Flüchtenden und Schutzsuchenden solidarisch. Die haben es derzeit weltweit schwer, gleichwohl ist das Buch nicht pessimistisch geraten. Vielmehr blickt Heins auf eine Reihe von Städten, die sich zu Zufluchtsorten für Migranten entwickelt haben - teils auch dann, wenn die Länder, zu denen sie gehören, eine migrationsfeindliche Politik verfolgen. Unter anderem besucht der Autor Chicago, Sheffield, Palermo und Bremen und zeichnet nach, wie lokale, teils von der Stadtverwaltung unterstützte Initiativen Flüchtenden helfen. Das Buch beruht dabei auf Gesprächen mit Aktivisten, Anwohnern aber auch den Geflüchteten selbst. Die Kritikerin scheint Heins' Haltung gewogen zu sein.

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