"Deutschlands bekanntester Bibliothekar" (Frankfurter Allgemeine) erinnert sich an seine Frühen Bücherjahre von 1927 bis 1957 in Oldenburg und Hamburg.
Gut gelaunt und anekdotenreich bespricht Rezensent Dieter Hildebrandt das Erinnerungsbuch des langjährigen Leiters der Wolfenbüttler Herzog-August-Bibliothek. Hildebrandt zufolge befasst sich Raabe in seinen Erinnerungen mit seinen Kinder- und Jugendjahren im Nationalsozialismus und seinem Lebenstraum, Bibliothekar zu werden. Der Rezensent ist gelegentlich etwas entgeistert, dass sich Raabe vor dem Hintergrund der Nazikatastrophe soviel sanfte Altersmilde leistet - als habe nicht Paul, sondern Wilhem Raabe dieses Buch verfasst. Doch gelingen aus Hildebrandts Sicht der "Gelassenheit dieser Prosa" trotzdem immer wieder detailreiche Bilder: Von der deutschen Nachkriegsgesellschaft zum Beispiel, wo Raabe beim Rezensenten dann doch noch mit "gespenstischen Szenen" aus dem Universitätsleben punkten kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.02.2007
In die Wiege gelegt war Paul Raabe die Liebe zu Büchern und Bibliotheken nicht. Im elterlichen Haus gab es "keinen Bücherschrank", aber vom Lesen und Sammeln von Büchern hielt das den späteren "Generalbibliothekar" Deutschlands (so der Rezensent Walter Hinck) nicht ab. Nachdem er in früheren Bänden die späteren Jahre bereits geschildert hat, erzählt Raabe hier aus Kindheit und Jugend. Wenig erfolgversprechende Anfänge als Lyriker und Kurzgeschichtenautor verschweigt er nicht. Einblicke in finstere Zeiten der deutschen Großordinarien-Universität bieten die Erinnerungen an die akademische Ausbildung, bei der Raabe aber auch mit Peter Rühmkorf im Kafka-Seminar saß. Sehr zu schätzen weiß Hinck die hier wie in allen anderen Texten herrschende Nüchternheit des Autors, dem zum achtzigsten Geburtstag zu gratulieren er in der am Geburtstag erschienenen Rezension nicht versäumt.
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