Paul Ingendaay

Königspark

Roman
Cover: Königspark
Piper Verlag, München 2019
ISBN 9783492057196
Gebunden, 400 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Königspark, so nennt Nuria die Madrider Casa de Campo. Zu jeder Tageszeit drängeln sich hier Frauen am Straßenrand, schauen in die dahinrollenden Autos und rufen den Fahrern ihre Tarife zu. Ein Ort des Begehrens und der Verzweiflung, des gekauften Sex und der Gewalt. Und alle treffen sich hier, die billigen Touristen genauso wie der verlogene Chefredakteur. Nuria ist Kampfsportlerin, sie hat keine Angst und passt auf die Frauen auf, schützt sie vor brutalen Freiern, den Zuhältern und sogar vor der Polizei. Bezahlt wird sie von Rico Vargas, dem zynischen Emporkömmling, der den Königspark kontrolliert. Und für den auch Nurias Schwester Isa anschafft. Vargas ahnt lange nicht, warum Nuria nach vielen Jahren wieder einen Kontakt zu Isa herstellen will.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 25.07.2019

Ganz ausführlich und beinahe liebevoll gibt Rezensent Tilman Winterling die Story des Romans wieder. Er erklärt uns die Bedeutung des Madrider Parks als Straßenstrich und stellt uns die handelnden Personen vor. Aber am Ende enttäuscht ihn der Roman, denn es geht ihm darin allzu vorhersehbar zu. Den Rezensenten hat auch gestört, dass keine der Romangestalten der ihr zugedachten Rolle entkommt, dass sich, anders gesagt, alles abrollt wie gedacht. Das "literarische Können" spricht Winterling dem erfahrenen Autor nicht ab. Aber der Roman verliere seine Kraft, meint er, weil er zum einen nur "Panoptikum der verlorenen Seelen" sein wolle und zum anderen diese Verlorenheit der Geschichte europäischer Versprechungen und dem dagegen stehenden Kapitalismus als Schuld zuschiebt. Das aber hat Winterling nicht überzeugt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.05.2019

Burkhard Müller zeigt sich enttäuscht von Paul Ingendaays Roman über den Königspark in Madrid, seinen Straßenstrich und seine Gestalten. Seine Themen, Zwangsprostitution und die Trennung vom alten und neuen Spanien, verschenkt der Autor laut Müller ans Melodramatische. Problematisch findet der Rezensent auch die Dialoge, sie scheinen ihm wenig realistisch, im besten Fall noch folkloristisch. Einige durchaus gelungene Szenen machen die Mängel des Textes für Müller leider nicht wett. Das Gesamtkonzept überzeugt ihn nicht.

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