Der plötzliche Tod ihrer Mutter hat eine nachhaltige Wirkung auf die 19-jährige Anna. Sie muss endlich das Projekt Erwachsenwerden in Angriff nehmen. Aber Anna sucht nicht nur einen Job. Sie sucht einen Platz in der Welt. Anna ist zerbrechlich und mutig zugleich. Sie ist desillusioniert und bereit, bis an ihre Grenzen zu gehen - und darüber hinaus. Sie wird Escortgirl. In ihrem neuen Leben spielen biedere Zahnärzte Nebenrollen und ein durchgedrehter Künstler die Hauptrolle. Bis Nelson auf den Plan tritt. Seine Augen haben die Farbe von Waldpfützen, sie sind undefinierbar und schön. Ja, Anna hat sich verliebt. Doch ist das die Lösung für ihre Probleme?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.07.2017
Rezensentin Wiebke Porombka hat Laura Wohnlichs Debütroman "Sweet Rotation" gern gelesen. Die junge Schweizer Autorin erzählt ihr angenehm nüchtern die Geschichte der neunzehnjährigen Anna, die nach jahrelanger "emotionaler Vernachlässigung" im kleinbürgerlichen Mittelstands-Elternhaus schließlich als Escort-Girl arbeitet und deren niedriges Selbstwertgefühl bald auf dem Tiefpunkt landet. Dass Wohnlich ihre Erzählung nie zur Rotlichtmilieu-Studie ausufern lässt, sondern neben kuriosen Freiern vor allem eindringliche Szenen aus Annas Kindheit und Jugend einstreut, hat der Kritikerin gut gefallen. Und so kann sie den ein oder anderen allzu sehr auf "Pretty Woman" gebügelten Moment gern verzeihen.
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