Patrick Lienhardt, Olivier Philipponnat

Irene Nemirovsky

Die Biografie
Cover: Irene Nemirovsky
Albrecht Knaus Verlag, München 2010
ISBN 9783813503418
Gebunden, 575 Seiten, 29,95 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer. Mit "Suite française" begann die weltweite Wiederentdeckung von Irene Nemirovsky und ihrem Werk. Nun liegt endlich eine Biografie über diese Frau und Literatin, Tochter und Bürgerin vor. Sie liest sich wie der Roman eines abenteuerlichen Lebens. Den Geschmack bestimmter Tränen vergisst man nie." Extreme Situationen und damit auch extreme Gefühle begleiten Irene Nemirovsky von Kindheit an. Ihr Leben, das nur 39 Jahre währte und in Auschwitz endete, ist geprägt von den Stürmen des 20. Jahrhunderts, ihr Werk eine höchst eigenständige literarische Antwort darauf. Verlusterfahrungen und Einsamkeit sensibilisieren sie früh für Vergänglichkeit. Eine selbstsüchtige Mutter verweigert ihr Liebe und Wärme, das Russland ihrer Herkunft versinkt, Frankreich wird ihr zur zweiten Heimat. Dort entstehen Romane, in denen sie ihr atemloses Leben literarisch verdichtet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.07.2010

Lena Bopp ist eine große Liebhaberin der Romane Irene Nemirovsky, und so begrüßt sie diese Biografie der beiden französischen Publizisten Olivier Philipponat und Patrick Lienhardt. In ihrer Besprechung beschränkt sie sich allerdings darauf, das bittere Leben und Sterben der Autorin nachzuerzählen, die ihren heute bekanntesten Roman "Suite francaise" nie veröffentlicht sah.  Bopp rekapituliert die Lebensdaten, erzählt von dem Leben der jüdischen Bankiersfamilie in Kiew, der kühlen Mutter, der Emigration nach der russischen Revolution und der Veröffentlichung der ersten Romanen in Frankreich. Den Vorwurf, mit ihrem Roman "David Golder" habe Nemirovsky antisemitische Ressentiments bedient, wischt die Rezensentin als "absurd" beiseite. Überhaupt kommt Bopp nicht zu einem Urteil über die analytischen oder einordnenden Leistungen dieser Biografie, als deren großes Verdienst sie nur die klare Darstellung von Nemirovskys schrecklichem Ende in Auschwitz ansieht, in das die Autorin von den Deutschen 1942 deportiert wurden, nachdem sie in den Monaten zuvor ein Leben der Verfolgung und Vereinsamung hatte erleiden müssen.

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