Ausa dem Niederländischen von Andreas Ecke. Cambridge, Budapest, New York, Zürich, Den Haag, Tel Aviv, der Süden Englands: Überall ist der Erzähler gewesen. Als Beobachter bei einigen der großen historischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts - wie dem Sechs-Tage-Krieg, dem Prager Frühling -hat er auf Schritt und Tritt Freunde, Geliebte und Leidenschaften gesammelt. Mit dem Alter werden seine Erinnerungen an die Vergangenheit schärfer, die Ereignisse seiner Kindheit lebendiger, so lebendig, dass sein gegenwärtiges Leben in Vergessenheitgerät.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.02.2004
Die Rezensentin Dorothea Dieckmann ist nicht richtig begeistert von diesem melancholischem, episodenhaften Buch, dass trotz seiner demonstrativen, aber oft schön ausformulierten Traurigkeit in seiner Gesamtheit eine "saturierte Vita contemplativa" ergibt: "Doch das ist alles zu schön, um wirklich traurig, und zu glatt, um wirklich schön zu sein". Irgendwelche positiven oder negativen, Hauptsache wirklichen Gefühle auslösen kann dieser Roman bei Dieckmann jedenfalls nicht. In ihren Augen ist das Buch von Otto de Kat, der in Cees Nooteboom einen prominenten Fürsprecher und Unterstützer gefunden hat, eine "gefällige Resignation im Weichzeichner". Erschwerend kommt dabei hinzu, dass der Autor an manchen Stellen auch nicht mehr schön, sondern vor allem prätenziös formuliert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.01.2004
Verena Auffermann hält es für möglich, dass der niederländische Autor Otto de Kat seinen schmalen Roman autobiografisch angelegt hat. Es ist ein Buch über die liebevolle Erinnerung eines Erzählers an seinen verstorbenen Vater, und es spielt an wechselnden Orten, von den Niederlanden über Südengland und New York bis Tel Aviv, erklärt die Rezensentin. Auffermann bewundert die "sophistische Meisterschaft" des Autors, in der er für sie Cees Nooteboom gleicht. Lauter "schnelle Gedanken" seien darin zu finden, die allerdings das Ergebnis tiefen Denkens seien, so die Rezensentin beeindruckt, wobei sie insbesondere die "Kunst des Auslassens" als Otto de Kats spezielle "Raffinesse" preist. Sie lobt den Roman als eines der "liebevoll-diskretesten" Vertreter unter den "Vaterbüchern", und es imponiert ihr besonders, dass es eine allzu geschmeidige Sprache vermeidet und somit eine "widerspenstige, einprägsame Poesie" entfaltet. Ein richtiges "Fundstück" ist dieser Roman, so die begeisterte Rezensentin abschließend.
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