A. F. Th. van der Heijden

Unterm Pflaster der Sumpf

Roman
Cover: Unterm Pflaster der Sumpf
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2003
ISBN 9783518414408
Gebunden, 816 Seiten, 29,80 EUR

Klappentext

Der Gerichtshof der Barmherzigkeit und Unterm Pflaster der Sumpf bilden den End- und Kulminationspunkt des mehrbändigen Zyklus Die zahnlose Zeit. In ihnen begegnen uns die Hauptfiguren der Zahnlosen Zeit erneut: an erster Stelle Albert Egberts, der in Übereinstimmung mit seiner Haltung, man müsse ein Leben in die Breite führen, seinen zehntausendsten Lebenstag feiert und erst später feststellt, daß die Karbolmaus Sux Cox vergessen hat, die Schaltjahre mitzuzählen. Da ist Zwanet Vrauwdeunt, die Freundin von Albert Egberts, die bei einer Zeitarbeitsagentur beschäftigt ist und ihren Freund Albert mit merkwürdigsten Aufträgen nach Italien schickt. Da ist Felix Boezaardt, der Künstler, der sein totales Kunstwerk schaffen will mit dem Resultat, daß Thjum Schwantje zu Tode kommt. Und natürlich sucht der Anwalt Ernst Quispel die Liebe aller Frauen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 09.07.2003

Dieser Roman beschließt laut Hermann Wallmann den Mittelteil von van der Heijdens großem Romanzyklus "Die zahnlose Zeit ", ein insgesamt siebenbändiges Werk, von dem man laut Wallmann nicht all zuviel Realismus erwarten sollte, auch wenn sein Verfasser ein "genialischer Unterm-Pflaster-Historiker" sei, der die Bodenständigkeit der niederländischen Gesellschaft am Ende des 20. Jahrhunderts untersucht. Van der Heijdens Leistung liegt "weniger in der Inventur als in der Invention", erklärt Wallmann und schwärmt von van der Heijdens "uneigentlicher Sprache", deren Glanz den unbeschönigten Klagegesang nur verdecke. Den Klagegesang bringt Wallmann wiederum mit dem Fluchen in Zusammenhang, für welches der Autor insbesondere in diesem Band plädiere: als eine Form der Therapie, der Befreiung, weil uns die richtigen Worte für den griechischen Klagegesang abhanden gekommen seien. Das Schöne bei van der Heijden ist immer, versichert Wallmann, dass man merkt, dass sich der Autor mit den alten Autoren beschäftigt hat, und er den Lesern damit die Augen dafür öffnet, ohne dass Vorkenntnisse Voraussetzung seien.
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