Oskar Huth

Überlebenslauf

Merve Verlag, Berlin 2001
ISBN 9783883961644
Kartoniert, 158 Seiten, 12,27 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Alf Trenk. Oskar Huth (1918-1991) - Orgelbauer, Maler, empfindsamer Schubert-Interpret - war über vier Jahrzehnte in Berliner Künstler- und Literatenkreisen geschätzt für seine treffend-skurrilen Wortprägungen. Er war ein Berliner Original und lebende Legende. Es kursierten Bruchstücke aus seiner Berliner Kriegszeit, in der er in einer Mixtur aus Gefahreninstinkt und hintergründigem Spaß als Überlebenskünstler die Nazibürokratie hinters Licht führte. Nach Huths Tod unternahm es Alf Trenk, aus Mitschriften gemeinsamer Gespräche und Tonbandaufnahmen ein Stück Überlebenslauf zusammenzufügen. Es ist ein Zeitdokument entstanden, das sich liest wie ein Schelmenroman. Eine fesselnde Lektüre auch für Menschen, die ihm nie begegnet sind.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.12.2001

Gabriele Killert ist fasziniert von dem Buch, das die Autobiografie von Oskar Huth aus einem "Kassettenhaufen" in Buchform überliefert, und das Huths Freund, der Grafiker Alf Trenk, zunächst nur als "Privatdruck" herausgegeben hatte. Sie ist dem Verlag richtiggehend dankbar, dass er dieses "wichtige Zeitdokument" nun einer breiten Lesergruppe zugänglich macht. Huth, der sich selbst wohl keineswegs als Held gesehen habe, rettete vielen Menschen während der Nazizeit durch gefälschte Papiere und "schwejksche" Kunststücke das Leben, so die Rezensentin beeindruckt. Dass er sich nach dem Krieg mehr und mehr zur Kunstfigur stilisierte, die in Künstlerkreisen weithin bekannt war, macht ihn Killert nur um so interessanter. Sie freut sich, dass Huth durch das Buch vor dem Vergessen bewahrt wird.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.11.2001

Oskar Huths "Überlebensroman", der dank des "jahrzehntelangen Weggefährten Alf Trenk" nun posthum erscheinen konnte, erachtet Burkhard Scherer schlichtweg für ein "Geschenk". Anhand von Huths "meist druckreifen" Tonbandaufnahmen konnte der Roman rekonstruiert werden, der seine Geschichte erzählt, berichtet Scherer. Oskar Huth, der in Berlin am Botanischen Institut arbeitete, gründete während des zweiten Weltkriegs unter falscher Identität in Berlin eine "Fälscherwerkstatt", in der er Lebensmittelmarken und Blankoausweise herstellte, so dass ihm Viele von den Nazis Verfolgte das Leben verdanken. Eine Art "Schelmenroman" sei Huths Werk, das den Leser dank Trenk nun auf "fast intime" Art und Weise mit dem verstorbenen Autor in Berührung kommen lasse. Nach dem Krieg schloss sich Huth der künstlerischen Boheme in Berlin an, erzählt Scherer. Seine Berufsbezeichnung? "Freischaffender Kunsttrinker".
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