Aus dem Französischen von Susanne van Volxem. Für Joachim Kaiser zählt sie zu den "interessantesten Klavierspielern der Welt", andere gaben ihr die Beinamen: "Argentinischer Wirbelsturm" oder "Löwin am Klavier". Unbestritten gehört die unkonventionelle und geheimnisvolle Martha Argerich zu den ganz wenigen Frauen an der Weltspitze ihrer Zunft. Olivier Bellamy gelang es, die publicityscheue Pianistin zur Mitwirkung an der Entstehung ihrer Biografie zu bewegen. Er erzählt von ihrer Kindheit in Buenos Aires über ihre Klavierausbildung bei Friedrich Gulda bis zu ihren strahlenden Siegen bei den großen Wettbewerben. Mit viel Einfühlungsvermögen schildert Bellamy ihre beruflichen Erfolge und persönlichen Niederlagen, komplizierte Liebesbeziehungen und lebenslange Freundschaften, die Schwierigkeit, Familienleben mit einer Weltkarriere zu vereinen, und die Angst vor dem Versagen, die sie immer wieder dazu bewegt, Konzerte platzen zu lassen.
Gern gelesen hat Wolfram Goertz diese Biografie der Pianistin Martha Argerich. Nicht ganz frei vom "Vokabular der Heiligenanbetung" sei der französische Musikjournalist Olivier Bellamy, räumt Goertz ein, scheint dies aber gegenüber La Martha nur zu verständlich zu finden. Die große Bewunderung des Autors scheint auch den Vorteil zu haben, dass er sich der Argerich nie voyeuristisch nähert, immer dezent bleibt, dabei aber viele erhellende Details recherchiert hat. Und so wurde dem Rezensentin die rätselhafte Martha Argerich tatsächlich etwas vertrauter, die am Flügel ein solch stürmisches Temperament an den Tag legt, aber tatsächlich so viel Angst vor Auftritten hat, dass ihre Zähne "wie Kastagnetten" klappern.
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