Olivier Assayas, Stig Björkman

Gespräche mit Ingmar Bergman

Alexander Verlag, Berlin 2002
ISBN 9783895810718
Broschiert, 150 Seiten, 15,50 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Silvia Berutti-Ronelt. Mit zahlreichen s/w-Abbildungen. Am 14., 15. und 16. März 1990 traf Ingmar Bergman die beiden Autoren in seinem Büro im Königlichen Theater in Stockholm, wo er sich nach seinem Rückzug vom Kino der Bühne widmete. Die hier vorliegenden Gespräche zeigen das Porträt eines Mannes, dessen Werk vollendet ist und nur von ihm spricht. Versöhnt mit sich selbst, zeigt er sich hier als Mann, der von seinem eigenen Werk, von seinen eigenen Dämonen befreit ist, die ihn so lange gequält haben, und der nun endlich die Stille genießen kann.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.08.2002

Ein bisschen enttäuscht zeigt sich Rezensent Manfred Hermes über die drei Gespräche, die der französische Regisseur Olivier Assayas mit Ingmar Bergman geführt hat, und die jetzt auf Deutsch erschienen sind. So wie wohl auch Assayas selbst ein wenig enttäuscht gewesen sein muss vom "nicht immer erwartungsgemäßen" Verlauf der Gespräche. Der Rezensent mutmaßt sogar, dass berühmte Regisseurkollegen gewissermaßen zwischen den beiden Gesprächspartnern standen: "Vielleicht wollte Assayas Truffaut sein, sein Gegenüber aber nicht Hitchcock." Bergman, so Hermes, zeigt wenig Entgegenkommen und scheint das Gespräch jedenfalls bewusst auf einem "anekdotischen" und "smalltalkhaften" Niveau zu halten. Erschwerend komme hinzu, dass Stig Björkman bei den Gesprächen anwesend war, ein Journalist, der Bergman jahrelang "begleitet" hat und daher wenig geneigt war, ihn aus der Reserve zu locken. Dass Assayas schließlich doch noch vermocht hat, Bergman ein paar Aussagen zu entlocken, rechnet ihm der Rezensent angesichts der ungünstigen Voraussetzungen hoch an. O-Ton Bergmann: "Man muss inkonsequent sein. Wenn Sie konsequent sind, entgleitet Ihnen die Schönheit. Auf der Ebene der Emotionen müssen Sie stimmig sein." Und hier sieht Hermes auch die Verbindung zum allgemeinen Charakter der Gespräche: Bergman weigert sich, zum "Theoretiker seiner eigenen Produktion" zu werden - lieber gibt er den "Praktiker", der über die Umstände des Gelingens oder des Scheiterns redet.