Dresden hat mit seinen einzigartigen Bauten, seinen reichen Sammlungen und als Ort der schönen Künste einen besonderen Beinamen erworben: Elbflorenz. Zugleich ist Dresden zum Symbol für die schlagartige Zerstörung einer Stadt geworden. Olaf B. Rader beschreibt in diesem reich illustrierten Band die Geschichte Dresdens von der ersten Besiedlung des Elbtalkessels über den glänzenden Aufstieg der sächsischen Residenzstadt und die Bombardierung im Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.04.2006
Für Rezensent Arnold Bartetzky ist die "Kleine Geschichte Dresdens" ein Gewinn. Aus einer "dezidiert kulturwissenschaftlichen Perspektive"spanne Olaf B. Rader den Bogen von der Grablegepraxis der Wettiner über den Aufbau der höfischen Kunstsammlung hin zur Sixtinischen Madonna, der aus rezeptionsgeschichtlicher Sicht besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Raders "heiter-beschwingte, von zärtlicher Ironie durchsetzte Sprachduktus" endet in den Kapiteln zur Bombardierung im Februar 1945 und der nachfolgenden sozialistischen Wiederaufbauzeit, informiert Barteztky weiter, denn hier bekommen Zeitzeugen das Wort, die wesentlich mehr aussagen als die "Fernsehschmonzette namens 'Dresden'". Einzig das Kapitel zur Nachwendezeit kommt laut Bartetzky zu kurz, der das Buch für einen Wochenendausflug nach Dresden empfiehlt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 29.11.2005
Rundum gelungen findet Rezensent Arne Karsten diese "kleine Ode auf Dresden", die der Berliner Historiker Olaf B. Rader pünktlich zum 800. Jubiläum der Stadt im kommenden Frühjahr vorgelegt hat. Das liegt für ihn nicht zuletzt an der "unübersehbaren Freude am Erzählen" und der "Liebe zur Sache", mit der Rader die bewegte Geschichte Dresdens nachzeichnet. Karsten betrachtet Raders Auswahl als durchaus subjektiv, aber zugleich als in hohem Maße reflektiert. Wer eine streng chronologische, alle Aspekte der Stadtentwicklung gleichermaßen behandelnde Untersuchung erwarte, werde vielleicht enttäuscht. Dafür biete Raders "kleine, aber überaus feine Studie" ein "Panorama, das die so überaus reiche Kulturgeschichte der sächsischen Hauptstadt liebevoll und kenntnisreich ausleuchtet, ohne dass Brüche und dunkle Punkte ausgespart werden". Die verschiedenen Epochen der Stadtgeschichte, insbesondere die Nachkriegsgeschichte werden zur Freude des Rezensenten anschaulich und aufschlussreich dargestellt. Er würdigt die "gelungene sprachliche Gestaltung" und die "überlegte Konzeption" des Buchs. "Kaum einmal geraten die großen Zusammenhänge der Stadtentwicklung aus dem Blick", resümiert Karsten, "doch daneben kommen auch das Pittoreske und Anekdotische zu ihrem Recht, bei deren Beschreibung Rader immer wieder Humor an den Tag legt".
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