2 CDs mit 84 Minuten Laufzeit. Gelesen von Friedhelm Ptok und Jochen Hörisch. Mit einem Essay von Jochen Hörisch. Im Jahr 1894 hat der technikbegeisterte Buchliebhaber, Verleger und Dandy Octave Uzanne, gemeinsam mit dem Illustrator Albert Robida, in einer auf 30 Exemplare limitierten Luxusausgabe seine Geschichten für Bibliophile veröffentlicht. Darin enthalten findet sich unter dem tollkühnen Titel "Das Ende der Bücher" eine umwerfend genaue Medientechnik-Prophezeiung. Uzanne sieht eine Miniaturisierung der Wachswalzen zur Sprachaufzeichnung, kleine Batteriespeicher und mobile "Hörschläuche" voraus. Autoren werden zu "Storygraphen", die mitunter Schauspieler engagieren, ihre Werke gekonnt vorzutragen. Ein Fest der Weitsicht und der Phantasie, für Sie entdeckt und endlich in dem Medium zu genießen, für das sich erst rund ein Jahrhundert später ein Name etablieren sollte
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.05.2021
Wolfgang Schneider empfiehlt Octave Uzannes heute "retrofuturistisch" anmutenden Essay von 1894 in Friedhelm Ptoks Hörfassung seiner Hellsicht wegen (Uzanne antizipiert die Technik des Hörbuchs!), aber auch wegen der Tasterei im Dunkeln der Zukunft des Buches, der sich der Autor, selbst ein Bücherfreund, spielerisch hingibt. Für Schneider reizvoll, da es Uzanne nicht allzu ernst meint dabei, und der Hörer seine Gedanken gelassen mit der Wirklichkeit abgleichen kann. Ptoks "elastische" Interpretation scheint dem Rezensenten gut zum Text zu passen. Die medienwissenschaftlichen Kommentare auf der zweiten CD findet er hilfreich.
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