Nikolaus Harnoncourt begann sich schon sehr früh mit der Alten Musik, ihrer Spielweise und dem Klang alter Instrumente zu beschäftigen. 1953 gründete er mit seiner Frau Alice und weiteren Musikern den berühmten Concentus Musicus, um seiner Arbeit mit Originalinstrumenten und der musikalischen Aufführungspraxis von Renaissance- und Barockmusik ein Forum zu geben. Erst nach vier Jahren wagte der Concentus Musicus den Schritt an die Öffentlichkeit. Alice Harnoncourt hat die unveröffentlichten Tagebucheinträge und Notizen ihres Mannes gesammelt, die von seinen Recherchen auf den Spuren der Originalklänge erzählen. Es ist eine spannende und unterhaltsame Reise, in der Harnoncourt viel vollbringen musste, um sich an den Originalklang heranzuhören.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.03.2018
Rezensent Jan Brachmann kann herzlich lachen mit Nikolaus Harnoncourts aus dem Nachlass herausgegebenen Erinnerungen. Nicht nur Karajan und Hindemith kriegen ihr Fett weg, auch das Nazi-Nachkriegswien und die akademische Musikwissenschaft der 60er und 70er. Wenn Harnoncourt ausholt, um die Entstehung seines Concentus Musicus Wien zu beschreiben, die ausgefochtenen ideologischen Kämpfe und die Jagd nach alten Instrumenten, staunt Brachmann allerdings auch über das Wissen und den sprachlichen Stil des Autors: eigentümlich, markant, lebensvoll.
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