Nikolaus Harnoncourt über Wolfgang Amadeus Mozart. Texte, Reden und Gespräche bieten interessante Einblicke in die Überlegungen und die Arbeitsweise eines Interpreten, der wesentlich dazu beigetragen hat, die Werke Mozarts von zeitlich bedingten Überlagerungen zu befreien, um sie für den heutigen Hörer neu zu erschließen. Harnoncourt erläutert seine Vorstellungen von einer möglichst werkgerechten Interpretation. Am Beispiel seiner aktuellen Erfahrungen mit den Werken Mozarts zeigt er die diesen innewohnende Vielschichtigkeit und dramatische Spannung auf. Eingebettet sind diese Mozart-Dialoge in eine Analyse der kulturellen Situation unserer Zeit. Einmal mehr unterstreicht Harnoncourt darin die eminente Bedeutung der Kunst im Allgemeinen wie der Musik im Besonderen für die Entfaltung und Bewahrung menschlich-moralischer Werte. "Ein Computer kann nicht musizieren, er kann auch nicht lieben."
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.12.2006
Einen ausgesprochen guten Eindruck hat Rezensentin Martina Wohlthat von diesem Band mit Texten, Reden und Interviews von und mit Nikolaus Harnoncourt gewonnen, in denen er Wohlthat zufolge umfassend Auskunft über seine jahrzehntelange Erfahrung und Auseinandersetzung mit Wolfgang Amadeus Mozart gibt. Biografisches werde darin ebenso gestreift wie Anekdotisches aus dem Probenalltag des Dirigenten. Zum beeindruckenden Dokument einer fast lebenslangen Beschäftigung mit Mozart wird der Sammelband für die Rezensentin aber vor allem durch die bedingungslose und stets erkenntnisorientierte Leidenschaft, mit der sich Nikolaus Harnoncourt immer wieder mit Mozart beschäftigt habe. Das macht für die Rezensentin auch manche Redundanz wett, die durch inhaltliche Dopplungen in verschiedenen Interviews entstand. Auch Harnoncourts Bekenntnis, Mozarts Geheimnis nicht auf die Spur gekommen zu sein, nimmt die Rezensentin ein.
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