Nikola Roßbach

Achtung, Zensur!

Über Meinungsfreiheit und ihre Grenzen
Cover: Achtung, Zensur!
Ullstein Verlag, Berlin 2018
ISBN 9783550050626
Gebunden, 272 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Zensur ist der Schlachtruf der Stunde: Ein Gedicht wird von einer Fassade entfernt? Zensur! Ein Bild aus einem Museum entfernt? Zensur! Ein Redner von einer Universität ausgeladen? Zensur! Doch ist es das wirklich? Viele haben heute das Gefühl, ihre Meinung nicht mehr offen sagen zu können. Sie fragen sich, ob Facebook und Google ihre Kontrollaufgaben nicht rigider wahrnehmen als mancher Staat, ob Kunst politisch korrekt sein muss, wieviel Freiheit man den Feinden der Freiheit geben kann. Eine heiße Debatte ist entbrannt, bei der vieles durcheinander geht. Klassische Zensur vermischt sich mit neuen Formen, polemisches Geschrei von rechts mit Sprechverboten von links. Die Literaturwissenschaftlerin Nikola Roßbach analysiert die kontroverse Diskussion um das Sagbare und legt die unterschwelligen Mechanismen unserer Gesellschaft offen. Zugleich fordert sie eine Zensurdebatte, die über Polemiken und effektheischende Extrempositionen hinausgeht. Eine Auseinandersetzung, die zeigt, was Meinungsfreiheit bedeutet und wie viel sie uns tatsächlich wert ist.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 22.01.2019

Lesenswert findet Angela Gutzeit dieses Buch der Literaturwissenschaftlerin Nikola Roßbach, die darin umkreist, welche Rolle die Zensur gegenwärtig in der westlichen Öffentlichkeit spielt. Zensur, stellt Roßbach nach Darstellung der Rezensentin fest, geht in erster Linie nicht mehr von staatlichen Instanzen aus, sondern von den globalen Playern der Informationstechnologie. Die Beschwerden von Rechtspopulisten über zunehmende Zensur erklärt sie dagegen als reine Strategie im kampf um Aufmerksamkeit. Zu grundsätzlichen Bewertungen im Umgang mit Zensur und Zensurvorwürfen scheint die Autorin dabei nicht zu kommen. Roßbach will lieber am Einzelfall diskutieren, wann Sprachregelungen emanzipatorisch wirken und wann sie Empfindlichkeiten oder Überreaktionen entspringen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.12.2018

Manfred Koch bekommt von Nicola Roßbach einen Überblick über die Geschichte der Zensur und die Erörterung der Frage, inwieweit die digitale Kommunikation nach dem Ende der realen Zensur neue Formen der Beschränkung des Sagbaren hervorbringt und in wessen Interesse. Dass Zensur zum Kampfbegriff in allen gesellschaftlichen Bereichen geworden ist, stellt die Autorin laut Koch fest, und sie illustriert politische Korrektheit an exemplarischen Debatten der letzten Jahre. Wo die Autorin Trennschärfe fordert, ist sie für Koch am überzeugendsten. Eine kulturgeschichtliche Vertiefung zum Thema Political Correctness in den USA hätte dem Buch gut gestanden, findet der Rezensent.

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