Nicolas Bouvier

Japanische Chronik

Cover: Japanische Chronik
Lenos Verlag, Basel 2002
ISBN 9783857873348
Gebunden, 290 Seiten, 22,50 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Gio Waeckerlin Induni. Mit seinem Werk "Die Erfahrung der Welt", in der er seine legendäre Reise mit dem Maler Thierry Vernet 1953/54 nach Afghanistan beschreibt, wurde Nicolas Bouvier zum Kultautor einer ganzen Generation von Reisenden und Reiseschriftstellern. Die beiden Freunde trennen sich in Kabul, und Nicolas Bouvier reist allein weiter: durch Pakistan und Indien nach Colombo. "Ich habe nie ein Land so gehasst wie dieses«, sagt er über Ceylon - und reist trotzdem weiter, denn: "Man muss bis ans Ende des Weges gehen, und das Ende des Weges ist Japan." Im Oktober 1955 geht er in Tokio an Land, um eine vollkommen fremde Welt zu erforschen. Von Araki-cho, dem Stadtviertel der kleinen Leute, aus nähert er sich während eines Jahres behutsam der japanischen Seele an. Von 1964 bis 1966 lebt er wiederum in Japan und erkundet während dieser Zeit den Archipel zu Fuss, mit dem Bus und mit der Bahn bis in den äussersten Norden. Aus diesen jahrelangen Erfahrungen entsteht sein persönliches "Nihon-shoki", seine Japanische Chronik, die unter dem Titel "Japon" erstmals 1976 erscheint. Hier fasst er die Geschichte Japans seit der mythischen Erschaffung bis zu den tragischen Ereignissen des Zweiten Weltkriegs zusammen und ergänzt sie mit Reiseschilderungen und persönlichen Reflexionen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.04.2003

Georg Sütterlin begrüßt den Umstand, dass mit diesem Band Bouviers Asien-Trilogie erstmals umfassend auf Deutsch vorliegt. Die "Japanische Chronik" ist der letzte Band der Reihe und alles andere, so Sütterlin, als ein schnell geschriebener Reisebericht. Mehr ein Konzentrat, räsonniert er, das von strenger Selbstbeschränkung zeuge: "maximaler Gehalt in knappster Form". Die gewählten Mittel seien unterschiedlich, berichtet Sütterlin: vom Tagebucheintrag bis zum Gedicht oder Essay, eine Japan-Chronik in kaleidoskopischer Manier. Bouvier verbrachte 1955/56 ein Jahr in Japan, kam Mitte der sechziger Jahre mit seiner Familie noch einmal dorthin zurück; sein Interesse galt vor allem dem ländlichen Japan, schwärmt der Rezensent von Bouviers Prosa, die ein schwärmerisches Naturell mit schneidender Intelligenz paare.