Japanische Stadtplanung war ursprünglich als "top-down-Prozess" von der Verwaltung auf die Bürger gerichtet (toshikeikaku). Im Zuge der Demokratisierung kam seit den 1960er Jahren ein gegenläufiger "bottom-up-Prozess" (machizukuri) hinzu. Dieser Band zeigt nach einer theoretisch basierten Planungsdebatte anhand charakteristischer machizukuri-Projekte aus den beiden Tokyoter Stadtteilen Suginami-ku und Setagaya-ku die große Bandbreite der japanischen Partizipationspraxis auf. Als Fazit ergibt sich, dass für eine echte Kooperation aller Planungsakteure in Japan wie in Deutschland weitere Verbesserungen der Beteiligungsangebote unabdingbar sind...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.09.2001
Recht spannend findet Steffen Gnam diese Fallstudie von Silke Vogt über die Bürgerbeteiligung bei der Stadtplanung in Tokio, gerade weil Tokio hierzulande das Image einer chaotischen, unstrukturierten Stadt hat. Aber trotz der unterschiedlichen Geschichten der Stadtentstehung forderten dort die Bürger ähnlich wie hier seit den 1960er Jahren auch eine stärkere Mitbestimmung ein, und die sieht der Rezensent den hier vorgestellten Fallbeispielen nach auch stärker als hierzulande in Anspruch genommen - auch wenn die rechtliche Situation für Bürgerbeteilung in Deutschland faktisch besser ist. Gnam beobachtet hier auch einige kulturelle Unterschiede, zum Beispiel eine größere Liebe zum Detail und eine Herangehensweise der Interessenverbände, die eher auf eine "Der Weg ist das Ziel" Haltung setzen als auf eine Durchsetzung ihrer Interessen.
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