Nick Flynn

Bullshit Nights

Die Geschichte mit meinem Vater
Cover: Bullshit Nights
Mare Verlag, Hamburg 2005
ISBN 9783936384413
Gebunden, 337 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Thomas Gunkel. Tiefer kann man kaum stürzen: Der Vater landet im Obdachlosenasyl; der Sohn, auch nicht gerade ein Ausbund an solidem Lebenswandel, versieht ebendort seinen Dienst. Nick Flynn ist dieser Sohn: Ohne Selbstmitleid und in verstörender Aufrichtigkeit erzählt er die Geschichte mit seinem Vater.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.08.2005

Nichts weniger als "großartig" findet Kai Wiegandt diesen autobiografischen Roman, in dem Nick Flynn von sich und seinem Vater erzählt. Der amerikanische Autor berichtet über einen Vater, der in kriminelle Geschäfte verwickelt ist, auf der Straße lebt und dem Alkoholismus verfallen ist, und er tut dies "lebendig, unsentimental, experimentell, ergreifend", schwärmt der Rezensent hingerissen. Dabei ist es kein weiter Weg von der Tragik zur Komik der Erlebnisse, so der Rezensent eingenommen. Aus 81 "Erinnerungssplittern" zusammengesetzt erzähle Flynn mal "nüchtern und dicht", andere Passagen erinnerten an "Prosagedichte" oder "dramatisierte Gedankenexperimente", beschreibt Wiegandt seinen Lektüreeindruck. Neben der Lebensgeschichte des Autors und seiner Eltern erfährt man aber auch viel vom historischen Hintergrund der USA und das gibt dem Roman eine zusätzliche Dimension, die die ohnehin vorhandene "Fülle komplettiert", lobt der Rezensent begeistert.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 17.03.2005

Gleichgültig, wo man "Bull Shit Nights" aufschlägt, "es geht kein Plot verloren", erklärt der Rezensent Cord Riechelmann, denn Nick Flynns Aufzeichnungen bestehen aus "ausgezeichneten Fragmenten, kleinen Beobachtungen, aufgeladen mit Gedanken", "Musterstücke der amerikanischen Erfahrung", die sich jedoch "nicht zu einem Ganzen totalisieren" lassen. "Bull Shit Nights", so der Rezensent, ist das Ergebnis einer "Erinnerungsarbeit der persönlichsten Art", losgetreten von einer besonderen Begegnung. In der Tat sei Flynn, der selbst, nach dem Selbstmord der Mutter, auf der Straße gelebt habe, eines Tages seinem mittlerweile obdachlosen Vater begegnet, der die Familie sehr früh verlassen habe. Zwar habe Flynn im Moment der Begegnung keinerlei Sympathie empfunden, doch habe die zufällige Begegnung ihn veranlasst zu schreiben - sieben Jahre lang. Und für den Rezensenten ist klar: Das Buch hat Größe. Und zwar deshalb weil "Flynn die Sujets Obdachlosigkeit, Alkohol und verlorener Vater nicht in Sentimentalität, Mitleid oder karitative Hilfe überführt". In einer Welt, in der wie Flynn schreibt, "niemand einem eine klare Auskunft gibt", so das Fazit des Rezensenten, tut einer es doch: Flynn selbst.

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