John Updike

Geld

Die maritimen Gedichte
Cover: Geld
Marebuchverlag, Hamburg 2005
ISBN 9783936384222
Gebunden, 156 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Henning Ahrens, Helmut Frielingshaus, Susanne Höbel, Heinrich Maria Ledig-Rowohlt und Nikolaus Stingl. John Updike, der große Romancier der amerikanischen Gegenwartsliteratur und ewige Nobelpreisanwärter, präsentiert sich seinen deutschen Lesern von einer bislang unbekannten Seite: als Lyriker, dessen fünf Jahrzehnte umfassendes Werk immer auch eine Auseinandersetzung mit dem Meer enthielt. Schlicht, schnörkellos und demokratisch bieten John Updikes Gedichte ihre Schönheiten, ihre Erkenntnisse an: erotische, politische, stets überraschende Lyrik voll Grazie, Witz und Eleganz.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.10.2005

Rege und verschmitzte Freude haben John Updikes Gedichte dem Rezensenten Jürgen Brocan bereitet. Updike sei freilich kein reinblütiger Lyriker, was der Qualität seines poetischen Schaffens allerdings keinen Abbruch tue. Auch in dieser Anthologie maritimer Gedichte (die das Meer gelegentlich und augenzwinkernd nur am Rande streifen) sind ihm "Gelegenheitsgedichte im wörtlichen und besten Sinne" gelungen, wie der Rezensent erfreut feststellt. Besonders auf einen Aspekt kommt Brocan zu sprechen: das mit dem Meer eng verbundene Thema der Sexualität. Laut Rezensent steht das Gedichts "Cunts" im Mittelpunkt des Bandes wie auch der beiliegenden CD, auf der Updike mit "klarer, überraschend jugendlicher Stimme" lese. "Cunts" sei als Antwort auf die Anfrage des Swinger Life Clubs, ob Updike nicht Mitglied werden wolle, verfasst worden, und der Rezensent kann nicht anders als es - voller Bewunderung - "eine einzige monumentale Ungehörigkeit, Tabuverletzung und Geschmacklosigkeit" zu nennen. Herrlich ambivalent betreibe Updike die "Entlarvung der Männerträume", mit Sarkasmus wie auch ein wenig Trauer über den Verlust jeglicher Illusionen. Schließlich begrüßt der Rezensent die erfreulichen Übersetzerleistungen dieser zweisprachigen Ausgabe, nimmt dabei jedoch einige aus der Edition von 1986 übernommenen Texte aus, die "oft störend unangenehm" an Updikes Jargon und Stil "vorbeischrammen".
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