Aus dem Amerikanischen von Hans-Joachim Maass. "Man macht es mit etwas Dynamit im Bug." Matt Shannon, einem ehemaligen FBI-Agenten, läuft es kalt den Rücken herunter. Vor ein paar Tagen ist sein Stiefbruder Jack aus dem Gefängnis entlassen worden - und erzählt ihm nun in einer Bar am Hafen von Miami, wie man mit der Sprengung eines Schiffes für Wochen den Hafen blockieren könnte. Jack hat eine kleine schwarze Fernbedienung dabei. Gedankenverloren spielt Matt daran herum - über den Hafen zuckt ein gewaltiger Feuerblitz - und vor den Augen unzähliger Menschen versinkt am helllichten Tag ein Frachter in den Fluten. Matt hat mit einem Knopfdruck nicht nur in Sekundenbruchteilen ein Schiff gesprengt; er hat auch seine Seele verkauft. So hat Jack leichtes Spiel: Er bringt Matt dazu, bei einem Überfall auf einen Luxusliner mitzutun, auf dem Drogengeld außer Landes geschmuggelt wird. Doch der kaltblütig geplante Coup läuft aus dem Ruder - und als Matt begreift, dass es für ihn kein Erbarmen gibt, schlägt vor ihm eine Fluchttür nach der anderen zu.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.07.2007
Rezensent Christoph Haas kommt aus dem Schwärmen über Sean Rowes Krimidebüt gar nicht mehr heraus. Ihm gefällt die Geschichte um eine Freundschaft zwischen Stiefbrüdern, die viel kriminelle Energie generiert. Haas' Begeisterung begründet sich unter anderem dadurch, dass in dem Roman viel Bekanntes, vor allem aus der Kinowelt der Sechziger, aus den Heist-Movies zitiert wird. Gleichzeitig gelingt es dem Autor aber auch, den aufgeführten Subgenres "durch kleine, originelle Variationen etwas Neues abzugewinnen". Zudem stimmen in den Augen des Rezensenten das Tempo der Erzählung ebenso wie der Tonfall. Obwohl es um eine intensive Freundschaft geht, verzichtet Rowe zu Haas' Freude ganz auf Sentimentalitäten: "Der Ton bleibt immer trocken, sachlich."
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