Aus dem Amerikanischen von Nicole Seifert. Der Strandausflug, den der junge Lehrer Francis Mason zusammen mit seinen Zweitklässlern unternimmt, endet mit einer schockierenden Entdeckung: In einer Bucht finden die Schüler die Leiche einer Frau, die sich von der Golden Gate Bridge gestürzt hat. Die traumatisierten Kinder brauchen Francis ganze Aufmerksamkeit genau wie zu Hause seine schwangere Frau , doch statt sich um das Naheliegende zu kümmern, verstrickt sich Francis in einer schrecklichen Vorstellung: In der Frau am Strand glaubt er Nora erkannt zu haben, die vor zwei Jahren aus seinem Leben verschwand, gerade als zwischen ihnen endlich alles gut zu werden schien. Mit unerwarteter Wucht holt ihn die Vergangenheit wieder ein, und Francis weiß, dass er sich ihr stellen muss denn sie birgt eine Geschichte zwischenmenschlicher Unzulänglichkeiten und uneingestandener Gefühle, vor allem aber die Geschichte der ersten, der großen der einzigen? Liebe. Katie Arnold-Ratliff erzählt davon, wie ein junger Mann seine Dämonen aus Zweifeln und Selbstbetrug Schritt für Schritt hinter sich lässt. Doch bald weiß man nicht mehr, was man ihm wünschen soll: Dass er bei seiner Frau Greta bleibt? Oder dass er die Chance bekommt, noch einmal von vorn anzufangen?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.06.2012
Mit ihrem Debütroman "Was uns bleibt" lässt Katie Arnold-Ratcliff so manche Größe der amerikanischen Literatur weit hinter sich zurück, meint Rezensent Martin Halter. Die Autorin, die eigentlich für Oprah Winfreys Lifestylemagazin "O" arbeite, erzähle hier mit "psychologischer Unerbittlichkeit und Kälte", aber dennoch nicht ohne Feingefühl die Geschichte des paranoiden, manisch-depressiven und selbstmitleidigen Junglehrers Francis, der nicht nur seinen Schülern, sondern auch seiner Ehefrau und seiner Geliebten das Leben mit seinem Egoismus zur Hölle macht. Der Kritiker begleitet Arnold-Ratcliffs brillant geschilderten Antihelden nicht nur bei seinem Abstieg in die amerikanischen Provinz, in der er sich - nachdem er alles verloren hat - erstmals seiner Verantwortung stellt, sondern erfährt in Rückblenden auch von Francis' kaputter Kindheit mit einem prügelnden Vater und einer vulgären Mutter. Ein exzellenter Roman, der an die Erzählkunst eines Raymond Carver erinnert, jubelt der eingenommene Rezensent.
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