Nicholson Baker

So geht's

Essays
Cover: So geht's
Rowohlt Verlag, 2014
ISBN 9783498006747
Gebunden, 384 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Fünfzehn Jahre nach seinem ersten Essayband "Wie groß sind die Gedanken" wendet sich Nicholson Baker ein weiteres Mal diversen Problemen der Welterklärung zu. Hat jemand Interesse an der richtigen Technik des Abschreibens, dem Drachensteigenlassen, des notorischen Lügners Daniel Defoes Wahrheiten, dem Zeitunglesen, "Sex and the City 1840", dem kometenhaften Aufstieg der Lesegeräte und vielem mehr? Er oder sie greife zu diesem Buch. Auch auf einen sinnreichen Exkurs über das Rasenmähen braucht dann nicht verzichtet zu werden.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.02.2015

Gut, dass der Autor kein Gegner von Neuerungen an sich ist, meint Michael Schmitt. Noch besser, dass er weiß, dem Leser in seinen Essays die Einzelheiten eines Dings wie dem Kindle 2, einer Thermoskanne oder einer Müllkippe zu erläutern und kritisch auseinanderzusetzen. Wenn Nicholson Baker Alltagsbeobachtungen aufschreibt, kann Schmitt stets etwas lernen. Über das Zeitungswesen oder Schriftstellerkollegen etwa. Und darum, dass Bakers Texte, die zum Teil schon auf Deutsch erschienen sind, ihre Aktualität verlieren könnten, macht sich Schmitt keine Sorgen. Die Texte lassen sich vor dem Hintergrund heutiger Nachrichten lesen, versichert er, auch, da Baker sich stets als Teil der beschriebenen Entwicklung sieht, nicht als resümierender Endpunkt, so Schmitt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.02.2015

Wie ein interessierter Zeitungsleser liest Tobias Döring die Essays von Nicolson Baker aus zwei Jahrzehnten. Damit tut er es dem Autor gleich, der für Döring ein nostalgischer Bewahrer des Alten, aber "bei allem Engagement für Druckerschwärze" kein Technikfeind ist, der Tageszeitungen für Goldminen hält, aber das iPhone und Wikipedia ebenso preist wie das Wählscheibentelefon. Bakers Essays über Welthistorisches, Literatur und das Rasenmähen findet Döring herrlich, da sie sich genau wie eine Zeitung lesen lassen, Hin- und Herspringen erlauben und jede Menge Entdeckungen bereithalten, wie er versichert.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 24.01.2015

In "So geht's", dem neuen Werk des Romanciers Nicholson Baker, hat Rezensent Frank Schäfer gleich 34 hinreißende Essays entdeckt, die ihm nicht zuletzt das Wesen dieses konservativen amerikanischen Intellektuellen erschließen. Mit großem Interesse liest der Kritiker etwa, wie Baker wochenlang mit seinem Sohn Egoshooter-Spiele testet, sie als neue Kunstform nach ästhetischen Kategorien analysiert, um schließlich doch ein wenig übermüdet einem starken Drang nach Natur zu folgen. Amüsiert folgt Schäfer auch Bakers Schilderungen seines einstigen Hobbys, wegen Irrelevanz bedrohte Wikipedia-Artikel mit eigenen Bemerkungen und Zitaten vor dem Verschwinden zu schützen. Der Autor erscheint dem Rezensenten dabei keineswegs als "Ewiggestriger", sondern vielmehr als jemand, der von Innovationen Bedrohtes schützt: Alte, seltene Bücher etwa, die von US-Bibliotheken unter Kostendruck wegrationalisiert werden sollen, oder venezianische Gondeln, die immer mehr von Wassertaxis verdrängt werden. Diese gelehrten und faszinierenden Essays kann der Kritiker nur mit Nachdruck empfehlen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.01.2015

Thomas Steinfeld liebt diesen Autor, weil der die Welt liebt, und zwar klug und verständig, wie Steinfeld betont. Nicholson Bakers neuer Essayband gibt dem Rezensenten Anlass, sich seiner Liebe zu versichern. Über Bakers spielerische Art, dem Dinglichen etwas Comicartiges und zugleich sehr Persönliches abzugewinnen, kommt Steinfeld auf das metaphysische Bedürfnis des Autors, den Dingen ihr Eigenleben zu lassen bzw. es für den Leser gut auszuleuchten. In den hier versammelten Gelegenheitsarbeiten für Zeitungen und Magazine stößt der Rezensent ebenso auf dieses Bedürfnis, eine Lust, Beziehungen aufzuzeigen. Steinfeld nennt das "eine eigenartige, sehr persönliche Form von praktischer Philosophie". So, wenn der Autor über das Lesen mit dem Stift nachdenkt oder übers Rasenmähen. Dass Baker auch ernst sein kann, moralisch uns insistierend, erfährt der Rezensent hier auch.
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