Herausgegeben von Klaus Faber, Julius Schoeps und Sacha Stawski. Der Sammelband befasst sich mit dem Antisemitismus im islamischen und christlich-westlichen Kulturkreis. Beide Antisemitismusvarianten sind unheilige Verbindungen eingegangen, nicht erst seit der islamischen Einwanderung nach Europa und nicht nur dort. Hitlerdeutschland hat im Bündnis mit größeren Teilen der damaligen arabischen Nationalbewegung zur Verbreitung seines antisemitischen Weltverständnisses im Islam einen wesentlichen Beitrag geleistet. Der deutsche Schuldabwehr-Antisemitismus, der beispielsweise hierzulande in der weit verbreiteten Meinung sichtbar wird, Israels Verhalten gegenüber "den Palästinensern" sei mit Hitlerdeutschlands Verbrechen an den Juden vergleichbar, erhält viele Stichworte aus der islamisch-arabischen Propaganda.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.10.2006
Wilfried von Bredow begrüßt diesen Band zu antisemitischen Strömungen in der Israel-Kritik, auch wenn er den Ton der einzelnen Beiträge nicht immer ausgeglichen und angemessen findet. Während er beispielsweise den Text von Julius H. Schoeps über das Verhältnis zwischen Deutschen und Juden für seine Behutsamkeit und Klugheit lobt, kritisiert er an anderen die Heftigkeit und findet, einige sind in ihrer "Polemik" schlicht übertrieben. Mitunter gewinnt der Rezensent gar den Eindruck, dass einige Autorinnen und Autoren dieses Sammelbandes jegliche Kritik an der israelischen Politik als offenen oder versteckten Antisemitismus verstehen, und dem kann er sich nicht anschließen. Dennoch findet er es wichtig, dass dieser Sammelband auf dankenswerte Weise deutlich macht, dass Antisemitismus eine gelingende Nahostpolitik gefährdet.
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